Le Mans: Alpine setzt Ausrufezeichen – Corvette verliert Klassenbestzeit

Christoph Caspary

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Zwischen Qualifying, Nachttraining und technischen Kontrollen zeigte Le Mans am Mittwoch bereits seine ganze Unberechenbarkeit. Während Alpine an der Spitze ein Ausrufezeichen setzte, wurde ein vermeintlicher Klassenheld Stunden später zum großen Verlierer des Tages.

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Der Mittwoch bei den 24 Stunden von Le Mans bot bereits vor dem eigentlichen Rennstart reichlich Gesprächsstoff. Während Alpine in der Hypercar-Klasse mit der schnellsten Qualifikationsrunde überzeugte, sorgte eine nachträgliche Disqualifikation für Ernüchterung bei Corvette in der LMGT3-Kategorie.

Im ersten freien Training setzte zunächst Cadillac die Maßstäbe. Earl Bamber fuhr im Cadillac V-Series.R die schnellste Runde und führte eine starke Vorstellung des US-Herstellers an, der gleich drei Fahrzeuge in den Top fünf platzierte. Dazwischen reihten sich ein BMW M Hybrid V8 und ein Alpine A424 ein. In der LMGT3-Klasse gab zunächst Lexus das Tempo vor, während das Duqueine Team die Bestzeit in der LMP2-Kategorie markierte.

Am Abend rückte dann die Qualifikation in den Mittelpunkt. Dort gelang Alpine ein Achtungserfolg: Ferdinand Habsburg fuhr im Alpine A424 die schnellste Runde des Tages und verwies zwei Cadillac auf die Plätze zwei und drei. Ebenfalls den Einzug in die Hyperpole sicherten sich BMW, Toyota, Aston Martin und das neue Genesis-Programm, das bei seinem Le-Mans-Debüt mit beiden Fahrzeugen überzeugte.

Für einige prominente Teams verlief die Qualifikation dagegen enttäuschend. Die beiden Peugeot 9X8 verpassten ebenso den Sprung in die Hyperpole wie der Ferrari 499P des Vorjahressiegers AF Corse. Damit stehen diese Fahrzeuge bereits vor dem Rennen vor einer schwierigen Ausgangslage.

Auch in der LMP2-Klasse wurden die ersten Entscheidungen getroffen. Das Duqueine Team sicherte sich die Bestzeit in der Qualifikation und verschaffte sich damit eine gute Ausgangsposition für die am Donnerstag folgenden Hyperpole-Sitzungen.

Für den größten Aufreger des Tages sorgte jedoch die LMGT3-Kategorie. Peter Dempsey hatte zunächst im Corvette Z06 LMGT3.R von Racing Team Turkey by TF Sport die schnellste Qualifikationszeit erzielt. Wenige Stunden später folgte jedoch die Disqualifikation des Fahrzeugs. Bei der technischen Nachkontrolle stellten die Sportkommissare einen Verstoß im Bereich des Heckdiffusors fest. Die Folge: Das Fahrzeug wird das Rennen vom Ende des LMGT3-Feldes aufnehmen.

Damit verlor Corvette nicht nur die Klassenbestzeit, sondern auch die Chance, mit diesem Fahrzeug an den Hyperpole-Sitzungen teilzunehmen. Da die übrigen Corvette-Besatzungen den Sprung unter die schnellsten Teilnehmer ebenfalls verpasst hatten, wird kein Corvette-Team um die Pole-Position in der GT-Klasse kämpfen.

Im zweiten freien Training unter Flutlicht zeigte anschließend Toyota eine starke Reaktion. Kamui Kobayashi setzte im Toyota GR010 Hybrid die Bestzeit der Session und führte die Zeitenliste vor dem Ferrari von Yifei Ye an. Die Nachttrainings verliefen allerdings nicht ohne Zwischenfälle: Mehrere Fahrzeuge kämpften mit Drehern, Reifenschäden oder kleineren technischen Problemen. Auch Cadillac, BMW und Alpine bestätigten erneut ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Vor den entscheidenden Hyperpole-Sitzungen am Donnerstag deutet vieles auf einen engen Kampf an der Spitze der Hypercar-Klasse hin. Alpine, Cadillac, Toyota, BMW und Ferrari bewegen sich innerhalb weniger Zehntelsekunden. Gleichzeitig hat der Mittwoch gezeigt, dass in Le Mans nicht nur Geschwindigkeit zählt: Technische Zuverlässigkeit und Regeltreue können bereits vor dem Rennstart entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis haben.

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