Spa Six Hours 2026: Dramatischer GT40-Sieg in Spa

Christoph Caspary

4 Min. Lesedauer

Bis kurz vor dem Ziel schien der Ausgang des Spa Six Hours bereits geklärt, doch auf der Ardennenachterbahn nahm das Rennen in der Schlussphase eine unerwartete Wendung. Zwischen GT40, Ginetta und Lotus entwickelte sich ein Langstreckenklassiker, bei dem jede Runde über die Podiumsplätze entschied.

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Oliver Bryant und Phil Keen gewinnen das Spa Six Hours Endurance – Nico Verdonck und Andy Newall verlieren den sicher geglaubten Sieg in der Schlussphase

Spa-Francorchamps stand am vergangenen Wochenende ganz im Zeichen des historischen Motorsports. Vom 25. bis 27. September kehrte das Spa Six Hours zu seinem traditionellen dreitägigen Veranstaltungsformat zurück. Auf der legendären Ardennenachterbahn trafen historische Rennwagen aus mehreren Jahrzehnten aufeinander – vom Vorkriegsfahrzeug bis zu den bekannten GT- und Tourenwagen der 1960er und 1970er Jahre.

Im Mittelpunkt stand einmal mehr das Spa Six Hours Endurance, das am Samstag über knapp sechs Stunden ausgetragen wurde. Und das Rennen hielt, was der Name versprach: Bis in die Schlussphase entwickelte sich ein packender Kampf um den Gesamtsieg.

GT40 bestimmt das Geschehen

Bereits im Qualifying hatte sich die Dominanz der Ford GT40 angedeutet. Die ersten acht Positionen der Startaufstellung gingen an GT40-Besatzungen. Die Pole Position sicherten sich Oliver Bryant und Phil Keen im Era-Motorsport-Ford GT40 mit der Startnummer 18.

Im Rennen entwickelte sich jedoch ein enger Kampf. Neben den zahlreichen GT40 sorgte insbesondere die deutlich leichtere Ginetta G4R von Palle Birkelund Pedersen, Alexander Weiss und Nicolai Torsland Kjaergaard für Aufsehen.

Die Ginetta konnte lange Zeit mit den deutlich hubraumstärkeren Ford mithalten und lag zeitweise sogar in aussichtsreicher Position. Ein Problem an der Schaltung beendete jedoch die Hoffnung auf den ganz großen Coup.

Drama in der letzten Viertelstunde

Lange sah alles nach einem Sieg für Nico Verdonck und Andy Newall aus. Die beiden hatten sich mit ihrem Ford GT40 #52 an die Spitze gesetzt und schienen auf dem Weg zu einem weiteren Triumph.

Doch rund 15 Minuten vor dem Ende begann das Tempo der #52 deutlich nachzulassen. Oliver Bryant und Phil Keen konnten den Rückstand kontinuierlich verkürzen. Das Drama erreichte in der vorletzten Runde seinen Höhepunkt: Der GT40 von Verdonck und Newall blieb wegen Kraftstoffmangels am Streckenrand stehen.

Damit war der Weg frei für Bryant und Keen. Der Brite Oliver Bryant feierte damit bereits seinen zweiten Sieg beim Spa Six Hours nach 2021, während Phil Keen erstmals seinen Namen in die Siegerliste des traditionsreichen Rennens eintragen konnte.

Ginetta sorgt für Überraschung

Hinter dem siegreichen GT40 belegte die Ginetta G4R mit Palle Birkelund Pedersen, Alexander Weiss und Nicolai Torsland Kjaergaard den zweiten Gesamtrang. Das Trio brachte den vergleichsweise kleinen 1,7-Liter-Sportwagen mit nur knapp zwei Minuten Rückstand ins Ziel.

Rang drei ging an den Ford GT40 #88 von Steve Osborne, Jörg Müller und Christopher Ward. Damit standen zwei GT40 auf dem Podium.

Deutsche und internationale Namen im Starterfeld

Das Starterfeld bot auch in diesem Jahr zahlreiche bekannte Namen. Unter anderem griff der ehemalige Formel-3000-Europameister Jörg Müller ins Lenkrad des GT40 #88. Auch Frank Stippler gehörte zu den prominenten Fahrern und gewann gemeinsam mit Alexander und Vincent Kolb die Klasse GTS12 auf einer Shelby Cobra 289.

In der Klasse GTS11 ging der Sieg an Ruben Maes und Marc Goossens im Porsche 911. Das belgische Duo erreichte damit Rang 27 der Gesamtwertung.

Das Ergebnis des Spa Six Hours Endurance 2026

Pos.FahrzeugFahrer
1.Ford GT40 #18Oliver Bryant / Phil Keen
2.Ginetta G4R #2Palle Pedersen / Alexander Weiss / Nicolai Kjaergaard
3.Ford GT40 #88Steve Osborne / Jörg Müller / Christopher Ward
4.Lotus Elan 26R #40Pim Remijn / Rory Butcher / Ben Barker
5.Ford GT40 #52Andy Newall / Nico Verdonck
6.Ford GT40 #3Nikolaus Ditting / Sam Hancock
7.Lotus Elan #600John Tordoff / Simon Tordoff / Andrew Jordan
8.Ford GT40 #17Stephan Jöbstl / William Nuthall / Ben Mitchell
9.Shelby Cobra #65Alexander Kolb / Vincent Kolb / Frank Stippler
10.Lotus Elan 26R #173Colin Kay / David Mooney

Die offizielle Rennklassifikation weist 107 Runden für die beiden Erstplatzierten aus. Bryant/Keen benötigten 5:56:05,847 Stunden, während Pedersen/Weiss/Kjaergaard mit 1:58,526 Minuten Rückstand ins Ziel kamen. Die schnellste Rennrunde fuhr Oliver Bryant in 2:40,769 Minuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 156,8 km/h.

Historischer Motorsport in seiner ganzen Vielfalt

Neben dem namensgebenden Sechs-Stunden-Rennen bot das Wochenende ein umfangreiches Programm mit weiteren historischen Rennserien. Unter anderem waren die Belcar Historic Cup, Historic Formula Junior, Alfa Revival Cup, Historic Championship ’81 und ’65 sowie der Jenks Trophy vertreten. Damit blieb das Spa Six Hours auch 2026 weit mehr als nur ein einzelnes Langstreckenrennen: Drei Tage lang wurde auf der anspruchsvollen Strecke von Spa-Francorchamps Motorsportgeschichte lebendig.

Der diesjährige Höhepunkt gehörte jedoch eindeutig dem Ford GT40 von Oliver Bryant und Phil Keen. Was zunächst nach einem weiteren Triumph von Verdonck und Newall aussah, entwickelte sich in den letzten Minuten zu einem klassischen Langstrecken-Drama – und bescherte dem Spa Six Hours einen Sieger, der erst auf den allerletzten Kilometern feststand.

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