Die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) gehörte Mitte der 1970er-Jahre zu den bedeutendsten Rennserien des deutschen Motorsports. Beim 200-Meilen-Rennen von Nürnberg am Norisring am 27. Juni 1976, dem vierten Saisonlauf, trafen die beiden DRM-Divisionen mit ihren unterschiedlichen Konzepten aufeinander. Auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs ging es über 70 Runden und damit über eine Distanz von 161 Kilometern.
Der hier zu sehende Ford Escort II von Zakspeed wurde von Hans Heyer für das Castrol-Team Zakspeed eingesetzt. Der heckangetriebene Escort gehörte zur Division II für Fahrzeuge bis zwei Liter Hubraum und war mit einem von Zakspeed aufgebauten 2,0-Liter-Cosworth-BDG-Vierzylindermotor mit Vierventiltechnik und Saugmotor ausgestattet. Rund 300 PS leistete der hochdrehende Rennmotor, der seine Kraft über ein manuelles Renngetriebe an die Hinterräder übertrug.
Heyer setzte bereits im Training ein Ausrufezeichen und stellte den Escort mit einer Zeit von 59,400 Sekunden auf die Pole-Position der Division II. Damit ging er vor seinem Teamkollegen Peter Hennige ins Rennen. Im Ziel musste sich Heyer allerdings Klaus Ludwig im zweiten Zakspeed Escort geschlagen geben. Nach 70 Runden und 161 Kilometern fehlten ihm lediglich 12,8 Sekunden auf den Sieger. Ludwig fuhr mit 59,700 Sekunden zugleich die schnellste Rennrunde.
Der zweite Platz am Norisring fügte sich in eine starke Saison für Hans Heyer ein. Bereits in Mainz-Finthen hatte er einen DRM-Lauf der Division II gewonnen, weitere Siege folgten im Jahresverlauf in Diepholz, Hockenheim und beim Preis von Baden. Am Ende der Saison stand Heyer erneut ganz oben: Mit dem Zakspeed Ford Escort gewann er 1976 die Deutsche Rennsport-Meisterschaft und verteidigte damit seinen Titel aus dem Vorjahr.
Das Foto zeigt einen der charakteristischen Tourenwagen der großen Zakspeed-Ära – Hans Heyer am Steuer des Castrol-Escorts mit der Startnummer 41 auf dem Nürnberger Norisring, unmittelbar auf dem Weg zu Platz zwei in der Division II.
