Das Ford-WEC-Hypercar-Projekt hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Erstmals wurde der neu entwickelte 5,4-Liter-V8-Motor auf Basis des Coyote-Aggregats zusammen mit dem Hybridsystem im Fahrzeugchassis erfolgreich gestartet. Nach umfangreichen Prüfstandtests im US-amerikanischen Dearborn ist damit erstmals das komplette Antriebssystem im gemeinsam mit ORECA entwickelten Hypercar in Betrieb genommen worden.
Der frei saugende V8-Motor wurde vollständig von Ford in Michigan entwickelt und gefertigt. Das Triebwerk soll nicht nur die Basis für den Einsatz in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bilden, sondern auch den Technologietransfer zwischen Motorsport und Serienfahrzeugen fördern.
In den vergangenen Monaten lag der Schwerpunkt der Entwicklung auf intensiven Prüfstandsläufen, bei denen Leistung, Standfestigkeit und Zuverlässigkeit des Motors kontinuierlich optimiert wurden. Parallel dazu arbeitete ORECA an der Entwicklung des Chassis. Mit dem erfolgreichen Zusammenführen beider Komponenten ist nun ein vollständiges Fahrzeug entstanden, das bereit für die nächste Entwicklungsstufe ist.
Der erste Motorstart im Chassis gilt als wichtiger Validierungsschritt des Gesamtprojekts. Nach Angaben von Ford bestätigt er die erfolgreiche Integration von Antriebsstrang und Fahrwerk und bildet die Grundlage für die bevorstehenden Testfahrten.
Bereits im kommenden Monat soll das Ford WEC Hypercar erstmals auf europäischen Rennstrecken getestet werden. Das umfangreiche Testprogramm umfasst verschiedene Strecken in Europa und konzentriert sich auf die Bereiche Performance, Zuverlässigkeit, Integration des Hybridsystems sowie die aerodynamische Abstimmung unter Bedingungen, die den Anforderungen der FIA WEC und der 24 Stunden von Le Mans möglichst nahekommen.
Auch die Fahrer werden in der nächsten Entwicklungsphase eine zentrale Rolle übernehmen. Die Rückmeldungen aller sechs Piloten – sowohl aus den Simulatoren als auch während der Testfahrten in Europa und später in den USA – sollen entscheidend dazu beitragen, das Fahrzeug weiterzuentwickeln und für den Renneinsatz zu optimieren.
Obwohl sich das Projekt noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, sieht Ford die bisherigen Ergebnisse aus Simulationen und Prüfstandtests als vielversprechende Grundlage. Die endgültige Abstimmung des Fahrzeugs werde jedoch erst durch die Erfahrungen der Fahrer auf der Rennstrecke erfolgen.
Mit dem erfolgreichen Motorstart im Chassis und dem unmittelbar bevorstehenden Testdebüt tritt das Ford-Hypercar-Programm nun in seine bislang sichtbarste Entwicklungsphase ein. Das langfristige Ziel bleibt die Rückkehr in die Topklasse der Langstrecke und der Kampf um den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans.
