24h Spa: Turbulenter erster Trainingstag endet mit mehreren Disqualifikationen

Christoph Caspary

3 Min. Lesedauer

Beim ersten Trainingstag der 24 Stunden von Spa lagen Bestzeiten und bittere Rückschläge näher beieinander als je zuvor. Gleich mehrere Topteams verloren nach dem Qualifying ihre Spitzenpositionen durch folgenschwere Regelverstöße und stellten das Kräfteverhältnis vor der Superpole komplett auf den Kopf.

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Der erste offizielle Trainingstag der 24 Stunden von Spa-Francorchamps bot alles, was den Langstreckenklassiker auszeichnet: Höchstleistungen auf der Strecke, enge Zeitabstände, zahlreiche Unterbrechungen und ein dramatisches Nachspiel nach dem Qualifying.

Bereits in den vier Qualifying-Segmenten zeigte sich, wie ausgeglichen das rund 70 Fahrzeuge starke GT3-Feld ist. Die schnellsten Fahrer trennten lediglich wenige Zehntelsekunden. Im ersten Abschnitt setzte Salman Owega im Optimum Motorsport McLaren die Bestzeit, ehe Alessio Rovera im zweiten Segment den AF Corse Ferrari an die Spitze brachte. Für die größte Überraschung sorgte anschließend Simon Gachet, der den CSA Racing McLaren sensationell zur Bestzeit im dritten Qualifying fuhr. Den Schlusspunkt setzte Mercedes-AMG-Werksfahrer Fabian Schiller, der im vierten Abschnitt die schnellste Runde erzielte.

In der kombinierten Wertung sicherte sich zunächst der GetSpeed Mercedes-AMG GT3 mit Maxime Martin, Maximilian Götz und Fabian Schiller die Bestzeit vor dem AF Corse Ferrari und dem Lionspeed GP Porsche. Doch nur wenige Stunden später folgte der Paukenschlag.

Die Sportkommissare strichen dem GetSpeed-Team sämtliche Zeiten aus dem dritten Qualifyingsegment. Hintergrund waren unerlaubte Arbeiten am Fahrzeug während der laufenden Sitzung. Nach einem Ausritt ins Kiesbett entfernten Mechaniker Steine und Sand aus der hinteren Bremsanlage – ein klarer Verstoß gegen das Reglement. Dadurch verliert der Mercedes-AMG nicht nur die Qualifying-Bestzeit, sondern auch den Platz in der Superpole und wird das Rennen vom Ende des Feldes aufnehmen müssen.

Ebenfalls hart traf es CSA Racing. Obwohl Simon Gachet mit einer herausragenden Runde die Bestzeit im dritten Qualifying erzielt und das Team auf Gesamtrang 15 sowie in die Superpole geführt hatte, wurde der McLaren nach der technischen Nachkontrolle disqualifiziert. Die vorgeschriebene Mindestbodenfreiheit von 50 Millimetern wurde mit lediglich 45 beziehungsweise 42,3 Millimetern deutlich unterschritten. Das Team räumte den Messfehler ein, dennoch wurden sämtliche Qualifyingzeiten gestrichen.

Auch Eastalent Racing verlor alle Qualifyingzeiten. Beim Audi R8 LMS GT3 war während der gesamten Sitzung der vorgeschriebene Datenlogger nicht aktiv. Das österreichische Team hatte sich ursprünglich als 19. Fahrzeug für die Superpole qualifiziert, muss nun jedoch ebenfalls vom Ende des Feldes starten.

Durch die Strafen verändert sich das Teilnehmerfeld der Superpole erheblich. Neuer Spitzenreiter des Qualifyings ist der AF Corse Ferrari mit Alessio Rovera, Tommaso Mosca und Nicklas Nielsen. Zudem rückt der Motopark Mercedes-AMG aus dem Silver Cup als 32. und letzztes Fahrzeug doch noch in das entscheidende Einzelzeitfahren am Freitag auf.

Abseits der sportlichen Ereignisse sorgte auch Maxime Martin für emotionale Momente. Der Belgier bestreitet in diesem Jahr seinen 20. Start bei den 24 Stunden von Spa und bezeichnet das Heimrennen als das physisch anspruchsvollste 24-Stunden-Rennen der Welt. Der Mercedes-AMG-Werksfahrer, der bereits die Bathurst 12 Hours und die 24 Stunden Nürburgring 2026 gewinnen konnte, sieht in Spa den Höhepunkt seiner bisherigen Saison. Umso bitterer ist die nachträgliche Disqualifikation seines GetSpeed-Teams, die den Weg zum angestrebten Heimsieg erheblich erschwert.

Nach einem ereignisreichen Donnerstag richtet sich der Blick nun auf die Superpole am Freitag, bei der die schnellsten 32 Fahrzeuge ihre endgültigen Startpositionen für die 24 Stunden von Spa ausfahren werden. Trotz der Strafen bleibt das Rennen völlig offen – denn auf dem traditionsreichen Ardennenkurs ist über 24 Stunden noch alles möglich.

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