Mit der traditionellen Parade durch die Innenstadt von Spa-Francorchamps ist die Rennwoche der CrowdStrike 24 Stunden von Spa offiziell eingeläutet worden. Neben den Fahrzeugen des GT World Challenge Europe powered by AWS und der Intercontinental GT Challenge präsentierten sich auch die Teilnehmer der zahlreichen Rahmenserien den Fans. Bereits zuvor hatten die Teams bei Testfahrten die ersten Vorbereitungen auf den Langstreckenklassiker abgeschlossen.
Starterfeld schrumpft leicht
Kurz vor Rennbeginn verringerte sich das Feld auf 69 Fahrzeuge. Grund ist der Rückzug des Era Motorsport Porsche 911 GT3 R Evo. Mehrere Teams nutzten die letzten Tage zudem, um ihre Fahreraufstellungen zu vervollständigen. Unter anderem bestätigte Razoon – more than racing seine Pro-Am-Besetzung, während Mühlner Motorsport kurzfristig den Australier Bayley Hall verpflichtete. Für Hall wurde die Anreise zur logistischen Herausforderung: Direkt nach einem Rennen der australischen Super2-Serie machte er sich auf den Weg nach Belgien.
Auch Andreas Latorre und Armand Fumal wurden kurzfristig für den Mühlner-Porsche bestätigt. Das Team bestreitet in Spa seine insgesamt 60. Teilnahme an einem 24-Stunden-Rennen.
Erste Bestzeiten im Test
Bei den offiziellen Testfahrten setzte Tommaso Mosca im AF Corse Ferrari 296 GT3 Evo die schnellste Runde. Dahinter folgten Lokalmatador Maxime Martin im GetSpeed Mercedes-AMG GT3 Evo sowie Dennis Marschall im Kessel-Racing-Ferrari mit nahezu identischen Zeiten. Die Bronze-Testsession entschied Charles Dawson im Mercedes-AMG von 2 Seas Motorsport für sich.
Terminkollision mit IMSA sorgt weiter für Diskussionen
Ein beherrschendes Thema bleibt die erstmalige Überschneidung der 24 Stunden von Spa mit den Sahlen’s Six Hours of The Glen der IMSA-Serie in den USA. Mehr als 30 Fahrer sowie mehrere Teams und Hersteller müssen sich zwischen beiden Veranstaltungen aufteilen. Porsche und BMW setzen deshalb teilweise auf Fahrer außerhalb ihrer Werkskader.
SRO-Gründer Stéphane Ratel sieht dennoch keinen Anlass, den Termin des belgischen Klassikers zu ändern. Zwar bedauere man die Überschneidung und habe dadurch einige Starter verloren, insgesamt überwiegen aus seiner Sicht jedoch die Vorteile des Renntermins Ende Juni. Seit der Verlegung aus dem traditionellen Juli-Zeitfenster seien die Zuschauerzahlen deutlich gestiegen. Da IMSA den Termin für Watkins Glen bereits erneut bestätigt hat und auch Spa voraussichtlich am letzten Juni-Wochenende bleiben wird, dürfte es auch 2027 erneut zur Terminkollision kommen.
IGTC: Mercedes mit Vorteil vor Spa
46 der 69 Fahrzeuge sind für die Herstellerwertung der Intercontinental GT Challenge nominiert – so viele wie nie zuvor. Das größte Kontingent stellen Porsche und Mercedes-AMG, gefolgt von BMW und Ferrari.
Nach den Erfolgen in Bathurst und beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring reist Mercedes-AMG als Tabellenführer nach Spa und liegt neun Punkte vor Porsche. Maxime Martin und Maro Engel führen gemeinsam die Fahrerwertung an, treten in Belgien jedoch in unterschiedlichen Fahrzeugen an.
Mercedes-AMG will die Entscheidung über die Werksunterstützung für die verbleibenden Saisonrennen in Suzuka und Indianapolis erst nach dem Ergebnis von Spa treffen. Auch BMW hat noch nicht festgelegt, mit welchem Umfang das Engagement in den beiden abschließenden IGTC-Läufen fortgesetzt wird.
Weniger Corvettes und prominente Ausfälle
Im Vergleich zum Vorjahr sind lediglich zwei Chevrolet Corvette Z06 GT3.R am Start. Hauptgrund ist ebenfalls die Terminüberschneidung mit der IMSA-Serie, durch die nahezu alle Werksfahrer anderweitig verpflichtet sind. Weitere geplante Programme kamen deshalb nicht zustande.
Auch mehrere US-Teams und Fahrer fehlen in diesem Jahr. CrowdStrike-Gründer George Kurtz, dessen Unternehmen Namenssponsor der Veranstaltung ist, startet ebenfalls in Watkins Glen und verpasst das Rennen in Spa erstmals seit 2019.
Veranstalter reagieren auf erwartete Hitze
Neben dem sportlichen Geschehen bereitet den Organisatoren vor allem die angekündigte Hitzewelle Sorgen. Für die Rennwoche wurden außergewöhnlich hohe Temperaturen prognostiziert, weshalb zusätzliche Schutzmaßnahmen für Besucher beschlossen wurden.
Auf dem gesamten Gelände werden kostenlose Trinkwasserstellen eingerichtet. Zudem entstehen an den Zuschauerbereichen Les Combes und Double Gauche zusätzliche überdachte Bereiche. Die Veranstalter empfehlen den Fans, ausreichend Getränke mitzubringen, regelmäßig Wasser zu trinken sowie Sonnenschutz und Kopfbedeckungen zu verwenden. Besonders Kinder und ältere Besucher sollten angesichts der hohen Temperaturen im Blick behalten werden.
Die offiziellen Trainings für das GT World Challenge Europe und die Intercontinental GT Challenge beginnen am Donnerstag. Nach Qualifying und Nachttraining folgt am Freitag die Superpole, ehe am Wochenende der Start zum traditionsreichen 24-Stunden-Rennen erfolgt.
