Der US-Hersteller Ford hat mit seinem neuen LMDh-Prototypen die ersten wichtigen Schritte auf dem Weg zum WEC-Einstieg 2027 absolviert. Nach vielversprechenden Testfahrten stehen nun die Weiterentwicklung der Fahrzeugsysteme und die Suche nach der optimalen Performance im Mittelpunkt.
Ford treibt die Vorbereitungen für die Rückkehr in die Topklasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (FIA WEC) voran. Der neue, noch nicht offiziell benannte Hypercar-Prototyp absolvierte im August seine ersten umfangreichen Testfahrten auf dem Circuit Paul Ricard in Südfrankreich. Anschließend wurde das Entwicklungsprogramm auf weiteren europäischen Rennstrecken fortgesetzt.
Die erste Testphase verlief aus Sicht des Teams ermutigend. Auf dem Circuit Paul Ricard konnte das Fahrzeug mehr als 1.000 Kilometer zurücklegen. Auch bei den anschließenden Einsätzen in Portimão und Silverstone sammelte Ford wichtige Daten und Erfahrungen. Dabei ging es nicht allein um die Zuverlässigkeit der mechanischen Komponenten, sondern zunehmend auch um die Abstimmung der elektronischen Systeme und des Hybridantriebs.
Der nächste Schritt in der Fahrzeugentwicklung
Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung spielt Matt Campbell. Der australische Werksfahrer bringt umfangreiche Erfahrungen aus dem Porsche-963-Programm mit und kann diese in die Arbeit am neuen Ford einbringen. Nach den ersten Einsätzen bewertete er insbesondere den reibungslosen Ablauf des Auftakttests positiv.
Trotz des gelungenen Starts steht das Projekt noch vor erheblichen Herausforderungen. Bei einem modernen LMDh-Fahrzeug müssen Verbrennungsmotor, Hybridsystem, Elektronik, Fahrwerk und Reifenmanagement optimal zusammenspielen. Gerade die Feinabstimmung dieser Bereiche kann entscheidend dafür sein, ob ein Fahrzeug nicht nur zuverlässig fährt, sondern auch über eine Renndistanz konkurrenzfähig bleibt.
Ford setzt dabei auf einen eigens für das Programm entwickelten 5,4-Liter-V8-Motor aus der Coyote-Motorenfamilie. Das Chassis entsteht in Zusammenarbeit mit ORECA. Die Kombination aus bewährten Entwicklungsstrukturen und einem neuen Antriebsstrang bildet die technische Grundlage für das WEC-Projekt.
Zwei Fahrzeuge sollen die Entwicklung beschleunigen
Mit dem Ausbau des Testprogramms will Ford die Entwicklungsarbeit weiter intensivieren. Für die nächste Phase ist der Einsatz eines zweiten Testfahrzeugs vorgesehen. Dadurch können unterschiedliche Aufgaben parallel bearbeitet werden: Während ein Prototyp für die Untersuchung der elektronischen Steuerungs- und Regelsysteme eingesetzt werden kann, lässt sich das zweite Fahrzeug gezielt für mechanische Abstimmungsarbeiten nutzen.
Darüber hinaus sind weitere Tests in Europa und Nordamerika geplant. Besonders anspruchsvolle Bedingungen soll der Einsatz auf dem Sebring International Raceway in Florida bieten. Die unebene Streckenoberfläche gilt als Belastungsprobe für Fahrwerk und Fahrzeugstruktur und eignet sich deshalb zur Überprüfung der Langstreckentauglichkeit.
WEC-Debüt 2027 im Blick
Ford plant den Einstieg in die Hypercar-Klasse der FIA WEC zur Saison 2027. Bis dahin müssen die Ingenieure das Fahrzeug weiterentwickeln, die Haltbarkeit unter Rennbedingungen überprüfen und die endgültige technische Spezifikation vorbereiten.
Auch die Zusammensetzung der Fahrerpaarungen für die beiden vorgesehenen Fahrzeuge soll im weiteren Verlauf des Entwicklungsprogramms festgelegt werden. Mit Matt Campbell, Tom Blomqvist, Mike Rockenfeller, Logan Sargeant, Sebastian Priaulx und Nick Yelloly hat Ford bereits sechs Fahrer für das Projekt benannt.
Der erfolgreiche Auftakt liefert eine solide Grundlage, ist jedoch noch kein Beleg für die spätere Wettbewerbsfähigkeit. Wie schnell Ford den Rückstand auf die etablierten Hypercar-Hersteller aufholen kann, wird sich erst im weiteren Testverlauf und spätestens bei den ersten Renneinsätzen zeigen.
