Es war einmal ein Aprilscherz….

Christoph Caspary

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Aus einem Aprilscherz wird plötzlich ein Publikumsliebling mit echtem Podiumspotenzial: Der BMW M3 Touring 24H überrascht die Nordschleife mit einer Performance, die selbst im Fahrerlager für ungläubige Blicke sorgt. Vor 352.000 Fans schreibt der Kombi in der Grünen Hölle seine ganz eigene Rennsportgeschichte

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Was zunächst wie eine humorvolle Idee für die sozialen Netzwerke wirkte, entwickelte sich beim diesjährigen 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu einer der größten Überraschungen des Wochenendes. Der eigens für den Langstreckenklassiker aufgebaute BMW M3 Touring 24H schrieb in der „Grünen Hölle“ seine ganz eigene Erfolgsgeschichte.

Vor einer Rekordkulisse von mehr als 350.000 Zuschauern fuhr der spektakuläre Kombi nicht nur ins Ziel, sondern erreichte sensationell den fünften Gesamtrang und gewann zugleich die SPX-Klasse. Damit übertraf das Projekt sämtliche Erwartungen. Denn intern galt bereits ein Platz unter den besten Zehn als ambitioniertes Ziel.

Der BMW M3 Touring 24H entstand aus einer Idee, die ursprünglich als Aprilscherz veröffentlicht worden war. Die Resonanz der Fans fiel jedoch so positiv aus, dass BMW M Motorsport das Konzept tatsächlich umsetzte. Innerhalb weniger Monate entstand auf Basis des Serien-M3 Touring ein kompromissloses Rennfahrzeug, das zahlreiche Komponenten des BMW M4 GT3 EVO erhielt. Ziel war es, kein reines Showcar zu präsentieren, sondern ein konkurrenzfähiges Fahrzeug für die härteste Rennstrecke der Welt.

Im Rennen selbst zeigte der Touring eindrucksvoll, dass hinter dem ungewöhnlichen Konzept weit mehr als nur ein PR-Gag steckte. Das Fahrerquartett mit Jens Klingmann, Connor De Phillippi, Ugo de Wilde und Neil Verhagen absolvierte ein nahezu fehlerfreies Rennen. Der auffällige Kombi etablierte sich früh in der Spitzengruppe und lag zwischenzeitlich sogar auf Podiumskurs. Am Ende stand ein fünfter Gesamtrang – ein Ergebnis, das selbst Optimisten im Vorfeld kaum für möglich gehalten hatten.

Auch die weiteren BMW-Teams präsentierten sich konkurrenzfähig. Der von ROWE Racing eingesetzte BMW M4 GT3 EVO mit der Startnummer 99 verpasste als Vierter nur knapp das Podium. Nach einem frühen Dreher kämpfte sich das Fahrerteam eindrucksvoll zurück und belegte zudem Rang zwei in der Wertung der Intercontinental GT Challenge. Weniger Glück hatte hingegen das Titelverteidiger-Fahrzeug mit der Nummer 1, das am Samstagabend wegen eines technischen Problems vorzeitig ausschied. Ein weiterer BMW M4 GT3 EVO von Schubert Motorsport erreichte als Neunter die Top Ten.

Neben den starken Platzierungen in der Gesamtwertung sammelten die BMW-Teams zahlreiche Klassensiege. Insgesamt gingen acht Klassenerfolge an Fahrzeuge der Marke – vom M4 GT4 EVO bis hin zu verschiedenen Tourenwagen-Kategorien.

Bei BMW M Motorsport zeigte man sich nach dem Rennen entsprechend zufrieden. Besonders das Touring-Projekt entwickelte sich während des Wochenendes zu einem Publikumsliebling. Die Verantwortlichen betonten, dass der ungewöhnliche Rennkombi eindrucksvoll bewiesen habe, auf höchstem Niveau konkurrenzfähig zu sein. Gleichzeitig kündigte BMW an, den BMW M3 Touring 24H künftig auch bei ausgewählten Veranstaltungen zu präsentieren.

Für viele Fans dürfte der spektakuläre Kombi schon jetzt zu den außergewöhnlichsten Fahrzeugen gehören, die jemals beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an den Start gegangen sind. Aus einem Scherz wurde innerhalb weniger Monate ein ernstzunehmender Rennwagen – und am Ende vielleicht sogar eine der schönsten Geschichten des diesjährigen Rennens.

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