Toyota feiert beim ersten WEC-Auftritt in Barcelona einen souveränen Doppelsieg. Porsche setzt sich in der LMGT3-Klasse durch, während wechselhafte Bedingungen und frühe Zwischenfälle das Sechs-Stunden-Rennen prägen.
Barcelona (Spanien), 18. Oktober 2026. Toyota hat das Premierenrennen der FIA World Endurance Championship auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya mit einem Doppelsieg beendet und sich vorzeitig den Hersteller-Weltmeistertitel in der Hypercar-Klasse gesichert. Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryō Hirakawa gewannen im Toyota TR010 Hybrid mit der Startnummer 8 vor ihren Teamkollegen Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries. Ferrari komplettierte das Podium beim siebten Saisonlauf mit dem dritten Platz des Fahrzeugs mit der Startnummer 50.
Das Rennwochenende vom 16. bis 18. Oktober markierte die erste Austragung eines FIA-WEC-Rennens auf der spanischen Grand-Prix-Strecke. Insgesamt 55.511 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung über die drei Tage hinweg.
Toyota übernimmt die Kontrolle bei schwierigen Bedingungen
Der sechs Stunden lange Wettbewerb begann auf nasser Strecke. Aufgrund der schwierigen Bedingungen wurde das Feld zunächst hinter dem Safety-Car auf die Strecke geführt. Auch nach der Freigabe des Rennens blieb die Anfangsphase ereignisreich.
Die Pole-Position hatte sich Genesis Magma Racing am Samstag mit Mathys Jaubert gesichert. Im Rennen rückte zunächst jedoch Teamkollege Daniel Juncadella in den Mittelpunkt. Der Spanier übernahm kurzzeitig die Führung, verlor nach einem Ausflug ins Kiesbett in Kurve fünf aber mehrere Positionen. Davon profitierte Sébastien Buemi, der den führenden Toyota mit der Startnummer 8 an die Spitze brachte.
Ein Zwischenfall zwischen dem Cadillac mit Will Stevens und dem Alpine von Ferdinand Habsburg sorgte zusätzlich für Bewegung im Feld. Toyota ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Zwar erhielt das führende Fahrzeug eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen eines Verstoßes beim Startprozedere, dennoch behauptete die Mannschaft ihre Position.
Im Verlauf der zweiten Rennstunde schob sich Nyck de Vries im Schwesterfahrzeug an Ferraris Miguel Molina vorbei. Damit lagen beide Toyota-Prototypen an der Spitze. Anschließend bauten die beiden Fahrzeuge ihren Vorsprung auf die Verfolger aus. Während die Strecke im weiteren Rennverlauf zunehmend abtrocknete und die Teams auf Trockenreifen wechselten, behielt Toyota auch bei den strategischen Entscheidungen die Kontrolle.
Buemi, Hartley und Hirakawa brachten den Toyota mit der Nummer 8 schließlich vor dem Schwesterauto ins Ziel. Der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen betrug lediglich 0,583 Sekunden. Für Toyota bedeutete das den ersten Doppelsieg der Saison und zugleich die vorzeitige Entscheidung in der Hersteller-Weltmeisterschaft.
Der japanische Hersteller sicherte sich damit bereits zum achten Mal in der Geschichte der WEC den Titel in der Herstellerwertung. Für Buemi war der Erfolg zugleich ein besonderer Meilenstein: Der Schweizer bestritt in Barcelona seinen 100. Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft.
Ferrari sichert sich den dritten Platz
Hinter den beiden Toyota belegten Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen im Ferrari 499P mit der Startnummer 50 den dritten Gesamtrang. Der Spanier Molina durfte damit vor heimischem Publikum über einen Podestplatz jubeln.
Auf Rang vier folgte der Cadillac V-Series.R von Jack Aitken, Earl Bamber und Sébastien Bourdais. Die Besatzung setzte auf eine abweichende Rennstrategie und verteidigte ihre Position gegen den Ferrari 499P mit der Startnummer 83 von Robert Kubica, Phil Hanson und Yifei Ye. Das zweite Cadillac-Fahrzeug komplettierte die ersten sechs Plätze.
Weniger erfolgreich verlief der Sonntag für BMW. Der BMW M Hybrid V8 mit der Startnummer 15 erreichte Rang sieben. Das Schwesterfahrzeug mit der Nummer 20 fiel nach einer zwischenzeitlichen Verbesserung bis auf den zweiten Platz durch eine Strafe wegen eines Verstoßes gegen die Reifendruckvorgaben zurück und blieb zum dritten Mal in Folge ohne Punkte.
Auch für Genesis entwickelte sich das Rennen enttäuschend. Nach der starken Ausgangsposition in der Hyperpole beendeten beide Fahrzeuge den Wettbewerb außerhalb der Punkteränge. Das Auto mit der Startnummer 19 erreichte nach den Problemen in der Anfangsphase Rang elf.
Manthey-Porsche gewinnt die LMGT3-Klasse
In der LMGT3-Kategorie sorgte The Bend Manthey für den ersten Porsche-Klassensieg der WEC-Saison 2026. Yasser Shahin, Riccardo Pera und Richard Lietz setzten sich mit ihrem Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 92 gegen die Konkurrenz durch.
Das Fahrzeug übernahm bereits in der ersten Rennstunde die Führung und behauptete diese über weite Strecken des Rennens. Am Ende lag die Mannschaft knapp fünf Sekunden vor dem McLaren von Garage 59 mit Antares Au, Tom Fleming und Marvin Kirchhöfer.
Rang drei ging an den BMW M4 GT3 Evo von Team WRT mit der Startnummer 69. Damit setzte sich die außergewöhnliche Ausgeglichenheit der LMGT3-Klasse fort: In den ersten sieben Saisonrennen gab es sieben unterschiedliche Sieger.
Für Porsche war der Erfolg zugleich ein wichtiger Schritt im Titelkampf. Durch den Sieg verkürzte die Besatzung der Startnummer 92 ihren Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Jonny Edgar im TF-Sport-Corvette auf 18 Punkte. Auch die Corvette mit der Startnummer 34 blieb nach Rang vier in Reichweite des Spitzenfeldes. Die Entscheidung um den Klassentitel wurde somit auf das Saisonfinale vertagt.
Saisonfinale in Monza
Nach dem vorletzten Lauf des Jahres richtet sich der Blick der Langstrecken-WM nun auf Italien. Vom 6. bis 8. November 2026 findet auf dem Autodromo Nazionale di Monza das Saisonfinale statt.
Während Toyota den Hersteller-Titel bereits in Barcelona unter Dach und Fach brachte, bleibt der Kampf um die Fahrermeisterschaft in der Hypercar-Klasse offen. Nach dem schwierigen Wochenende von BMW haben nur noch die beiden Toyota-Besatzungen die Möglichkeit, den Fahrertitel zu gewinnen.
Auch in der LMGT3-Kategorie ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Die knappen Abstände versprechen damit ein spannendes Finale in Monza.
