NLS Double Header: Zwischen Fotofinish und Eifel-Wetterdrama

Christoph Caspary

3 Min. Read Time

Zwischen historischen Rennlegenden, packenden Zweikämpfen und einer einzigartigen Zeitreise durch die goldene Ära des Motorsports sorgte das Goodwood Revival 2026 erneut für besondere Momente. Mittendrin: Frank Stippler, der im Alfa Romeo Giulia Sprint GTA um die Spitzenplätze kämpfte.

Home · NLS Double Header: Zwischen Fotofinish und Eifel-Wetterdrama

Der Double Header der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie hielt am vergangenen Wochenende, was sich die Fans von zwei Rennen innerhalb von nur zwei Tagen versprochen hatten: vier Stunden Nordschleifen-Action am Samstag und Sonntag, dazu völlig unterschiedliche Bedingungen und reichlich Dramatik. Die Läufe acht und neun markierten zugleich den entscheidenden Endspurt der NLS-Saison 2026.

NLS8: Schubert siegt im Fotofinish

Das 65. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen entwickelte sich über vier Stunden zu einem echten Langstreckenkrimi. Der BMW M4 GT3 EVO von Schubert Motorsport mit Jens Klingmann, Ugo de Wilde und Jordan Pepper setzte sich am Ende hauchdünn gegen den Falken-Porsche durch. Für Klingmann war es dabei ein besonderer Erfolg, denn der BMW-Werksfahrer feierte seinen ersten Gesamtsieg in der Nürburgring Langstrecken-Serie.

Hinter dem siegreichen BMW sorgte der Falken-Porsche für eine weitere starke Vorstellung, während der Max-Kruse-Audi mit einer überraschend starken Leistung den dritten Gesamtrang eroberte. Das Rennen war zudem von zahlreichen Zwischenfällen und mehreren Code-60-Phasen geprägt, wodurch die Abstände an der Spitze immer wieder zusammenschmolzen.

NLS9: Die Nordschleife wird zur Wasserbahn

Nur 24 Stunden später präsentierte sich die Eifel von ihrer völlig anderen Seite. Der 66. ADAC ACAS Cup begann noch unter trockenen Bedingungen, doch bereits in der ersten Rennhälfte setzte Regen ein. Die Niederschläge wurden immer stärker und verwandelten die Nordschleife im weiteren Rennverlauf in eine extrem schwierige Herausforderung. Teilweise herrschte so viel Wasser auf der Strecke, dass selbst mit Regenreifen Aquaplaning zum beherrschenden Thema wurde.

Unter diesen Bedingungen spielte Falken Motorsports seine Reifenstrategie perfekt aus. Morris Schuring und Tim Heinemann brachten den Falken-Porsche 911 GT3 R nach vier Stunden als Sieger ins Ziel und bescherten dem Team damit den ersten NLS-Saisonsieg. Dahinter komplettierte der zweite Schnabl-Porsche mit Nico Menzel und Flynt Schuring einen bemerkenswerten Doppelerfolg für Schnabl Engineering. Der dritte Platz ging an den Black-Falcon-Porsche von Assenheimer, Müller und Pereira.

Für eine besondere Geschichte sorgte der erst 18-jährige Flynt Schuring, der bei seinem ersten GT3-Einsatz auf der Nordschleife unter schwierigsten Bedingungen direkt auf das Podium fuhr. Zeitweise musste er das Auto sogar mit Slicks auf nasser Strecke bewegen, bevor der Wechsel auf Regenreifen erfolgte.

Auch Walkenhorst Motorsport überzeugte mit seinem Aston Martin Vantage GT3. Nach Rang sieben am Samstag kämpften sich Christian Krognes, Dennis Fetzer und Mateo Villagomez am Sonntag trotz der schwierigen Bedingungen auf den vierten Gesamtrang nach vorne.

Für den Sieger des Vortages endete der zweite Teil des Double Headers dagegen früh. Der Schubert-BMW #77 schied nach einem Ausrutscher von Ugo de Wilde im ersten Regenschauer bereits nach rund einer Rennstunde aus. Auch der KCMG-Mercedes kam nach einem Unfall im Qualifying gar nicht erst an den Start.

Mit zwei völlig unterschiedlichen Rennverläufen unterstrich der Double Header einmal mehr die Besonderheiten der Nordschleife. Während am Samstag Sekundenbruchteile über den Gesamtsieg entschieden, wurde der Sonntag zu einem Kampf gegen Regen, Aquaplaning und die unberechenbaren Bedingungen der Grünen Hölle. Gleichzeitig rückte der Titelkampf vor dem Saisonfinale noch einmal in den Mittelpunkt.

Leave a Comment

Item added to cart.
0 items - 0,00