Das Rennwochenende des GT World Challenge Europe Endurance Cup in Monza war von zahlreichen Zwischenfällen, Anpassungen der Balance of Performance (BoP) und einem überraschenden Rennsieg geprägt.
Bereits im zweiten Freien Training setzte Ben Dörr im McLaren 720S GT3 von Team RJN die Bestzeit. Mit einer Runde in 1:46,315 Minuten verwies er Dennis Lind im Steller Motorsport Corvette Z06 GT3.R und Mirko Bortolotti im Lamborghini Temerario GT3 des Grasser Racing Teams auf die weiteren Plätze. Die Sitzung wurde nach Zwischenfällen von Stylianos Kolovos und Alex Malykhin kurzzeitig unterbrochen.
Im Qualifying sicherte sich erstmals ein Ford Mustang GT3 die Pole-Position im GT World Challenge Europe Endurance Cup. Das Fahrzeug von Haupt Racing Team mit Arjun Maini, Fabio Scherer und Thomas Drouet erzielte über die drei Qualifying-Segmente die beste Durchschnittszeit. Die einzelnen Bestzeiten in den drei Abschnitten gingen an Arjun Maini (Ford), Chris Lulham (Mercedes-AMG Team Verstappen Racing) und Ben Dörr (RJN McLaren). Das Mercedes-AMG-Team Verstappen Racing qualifizierte sich zunächst auf Rang zwei, erhielt jedoch aufgrund eines Vergehens im ersten Training eine Rückversetzung um fünf Startplätze.
Vor dem Rennen nahm die SRO-Technikkommission Änderungen an der Fahrzeugeinstufung vor. Der Ford Mustang GT3 erhielt eine reduzierte Motorleistung, während Aston Martin und Ferrari durch Anpassungen am Heckflügel aerodynamische Vorteile erhielten. Zudem wurde das Mindestgewicht des Audi R8 LMS GT3 um fünf Kilogramm erhöht.
Das dreistündige Rennen entwickelte sich zu einer äußerst ereignisreichen Veranstaltung mit mehreren Safety-Car-, Full-Course-Yellow- und Neutralisationsphasen. Bereits in der ersten Schikane kam es kurz nach dem Start zu einem schweren Mehrfachunfall, bei dem unter anderem beide Ford Mustang GT3 von Haupt Racing Team ausschieden. Mehrere weitere Fahrzeuge wurden beschädigt oder mussten das Rennen vorzeitig beenden.
Am Ende setzte sich überraschend der Audi R8 LMS GT3 von Tresor Attempto Racing durch. Rocco Mazzola, Sebastian Ogaard und Ariel Levi feierten nach einer fehlerfreien Vorstellung den Gesamtsieg. Für Audi war es der erste Erfolg im GT World Challenge Europe Endurance Cup seit dem Saisonfinale 2022 in Hockenheim.
Den zweiten Platz belegte WINWARD Racing mit Lucas Auer, Luca Stolz und Maro Engel. Das Podium komplettierte der McLaren 720S GT3 von CSA Racing mit Baptiste Moulin, Romain Andriolo und Lorens Lecertua.
In der Schlussphase wurde das Rennen erneut von einem schweren Unfall überschattet. Nach einer Kollision zwischen Kelvin van der Linde und Alexey Nesov überschlug sich der Porsche von Pure Rxcing nach mehreren Folgetreffern in der ersten Schikane. Alle beteiligten Fahrer konnten ihre Fahrzeuge eigenständig verlassen.
Nach Rennende untersuchten die Sportkommissare den Vorfall. Der BMW M4 GT3 von WRT, pilotiert von Kelvin van der Linde, Charles Weerts und Jordan Pepper, erhielt eine Zeitstrafe von 155 Sekunden sowie zwei Behaviour Warning Points. Dadurch fiel das Fahrzeug in der Endwertung vom siebten auf den 30. Platz zurück.
Die Top 10 des Rennens:
- Rocco Mazzola / Sebastian Ogaard / Ariel Levi (Tresor Attempto Racing, Audi R8 LMS GT3)
- Lucas Auer / Luca Stolz / Maro Engel (WINWARD Racing, Mercedes-AMG GT3)
- Baptiste Moulin / Romain Andriolo / Lorens Lecertua (CSA Racing, McLaren 720S GT3)
- Morris Schuring / Dorian Boccolacci / Alessio Picariello (Boutsen VDS, Porsche 911 GT3 R)
- Augusto Farfus / Jake Dennis / Raffaele Marciello (ROWE Racing, BMW M4 GT3)
- Horatio Fitz-Simon / Maxwell Lynn / Ben Dörr (Team RJN, McLaren 720S GT3)
- Luca Engstler / Marco Mapelli / Patric Niederhauser (Rutronik Racing, Lamborghini Temerario GT3)
- Dustin Blattner / Lorenzo Patrese / Dennis Marschall (Kessel Racing, Ferrari 296 GT3)
- Jonathan Adam / Lorcan Hanafin / Giacomo Petrobelli (Ecurie Ecosse Blackthorn, Aston Martin Vantage GT3)
- Weitere Platzierungen nach Anwendung der Strafen angepasst.
Mit dem unerwarteten Audi-Sieg, der ersten Pole-Position für den Ford Mustang GT3 in der Serie sowie mehreren Rennunterbrechungen wird das Monza-Wochenende als eines der ereignisreichsten Rennen der jüngeren GT-World-Challenge-Geschichte in Erinnerung bleibe
