Miedecke Motorsport und Melbourne Performance Centre bringen Mustang GT3 an den Start – Absolute Racing setzt auf Güven, Boccolacci und Ghiretti
Die Vorbereitungen auf die 1000 Kilometer von Suzuka nehmen weiter Fahrt auf. Für den vierten Lauf der Intercontinental GT Challenge 2026, der vom 11. bis 13. September auf dem japanischen Traditionskurs ausgetragen wird, stehen inzwischen weitere hochkarätige Fahrerbesetzungen fest. Im Mittelpunkt stehen unter anderem ein neuer Ford-Mustang-GT3-Einsatz von Miedecke Motorsport und dem Melbourne Performance Centre sowie ein zweiter Porsche 911 GT3 R von Absolute Racing.
Ford setzt auf erfahrene GT3-Piloten
Ford wird in Suzuka mit einem neuen australischen Einsatzprojekt vertreten sein. Miedecke Motorsport und das Melbourne Performance Centre bündeln dafür ihre Kräfte und treten gemeinsam unter dem Namen Miedecke Motorsport by Team MPC an. Zum Einsatz kommt ein Ford Mustang GT3.
Die Fahrerbesetzung ist ausgesprochen erfahren: Christopher Mies, Dennis Olsen und Frédéric Vervisch teilen sich das Cockpit. Das Trio kennt sich bereits bestens. Gemeinsam gewann es 2025 die GTD-Pro-Klasse beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. Auch bei den ADAC Ravenol 24h Nürburgring waren Mies, Olsen und Vervisch in diesem Jahr bereits gemeinsam mit einem Mustang GT3 unterwegs.
Für Vervisch besitzt Suzuka zudem eine besondere Bedeutung. Der Belgier gehörte 2019 zur siegreichen Besatzung beim damaligen 1000-km-Rennen auf dem japanischen Kurs.
Hinter dem Einsatz stehen zwei etablierte Akteure des australischen Motorsports. Miedecke Motorsport ist insbesondere mit dem Ford Mustang GT4 in Australien aktiv und übernimmt darüber hinaus eine wichtige Funktion als offizieller australischer Ersatzteilpartner für Ford-Mustang-Fahrzeuge in GT3- und GT4-Ausführung. Auch für den Mustang Dark Horse R des australischen Mustang Cup stellt das Unternehmen entsprechende Unterstützung bereit.
Das Melbourne Performance Centre wiederum verfügt über umfangreiche GT3-Erfahrung und ist vor allem durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Audi bekannt geworden. Das Team zählt zu den erfolgreichsten GT-Rennställen Australiens und führt aktuell die Fahrerwertung der GT World Challenge Australia an.
Die Kooperation mit Miedecke Motorsport wurde bereits im laufenden Jahr intensiviert. Beide Unternehmen arbeiten unter anderem von gemeinsamen Werkstattstrukturen in Melbourne aus zusammen. Der Suzuka-Einsatz stellt nun den nächsten Schritt dieser Zusammenarbeit dar.
Für Ford ist das Projekt zugleich der Versuch, mit einem schlagkräftigen Aufgebot um den Gesamtsieg beim traditionsreichen Langstreckenrennen zu kämpfen.
Porsche mit zweitem Pro-Auto von Absolute Racing
Auch bei Porsche steht die Fahrerplanung für Suzuka fest. Absolute Racing bringt mit dem Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 7 ein zweites Fahrzeug in der Pro-Klasse an den Start. Das Cockpit teilen sich Ayhancan Güven, Dorian Boccolacci und Alessandro Ghiretti.
Alle drei Piloten haben bereits Erfahrungen mit Absolute Racing gesammelt. Güven, der amtierende DTM-Champion, war 2025 beim 12-Stunden-Rennen von Bathurst für das Team unterwegs und erreichte dort den sechsten Rang.
Boccolacci kennt den Rennstall ebenfalls aus einem internationalen Langstreckeneinsatz. Der Franzose startete 2024 beim 12-Stunden-Rennen von Sepang für Absolute Racing und beendete das Rennen auf dem zweiten Platz.
Ghiretti komplettiert das Trio. Der Franzose gewann 2024 den Porsche Carrera Cup Asia und tritt in der laufenden Saison gemeinsam mit Huang Ruohan für Absolute Racing in der GT World Challenge Asia an. Das Duo führt derzeit die Fahrerwertung an. Nach den ersten drei Rennwochenenden stehen ein Sieg und zwei weitere Podestplätze zu Buche.
Für Güven wird Suzuka eine Premiere. Der DTM-Champion hat den anspruchsvollen Kurs bislang noch nicht im Rennbetrieb erlebt. Seine Zielsetzung ist entsprechend ambitioniert: Gemeinsam mit Absolute Racing und Porsche soll um die vorderen Positionen und möglichst um den Gesamtsieg gekämpft werden.
Ghiretti verfügt dagegen bereits über umfangreiche Suzuka-Erfahrung. Während seiner Saison im Porsche Carrera Cup Asia 2024 konnte er auf der Strecke zwei Siege einfahren.
Auch Boccolacci verbindet positive Erinnerungen mit Japan und dem asiatischen Motorsport. Nach seinem Podiumserfolg mit Absolute Racing in Sepang 2024 kehrt er nun für eines der bedeutendsten Langstreckenrennen der Region zum Team zurück.
Absolute Racing verfügt damit über eine Kombination aus Erfahrung, Porsche-Know-how und Streckenkenntnis. Teamdirektor Fabien Fior sieht darin eine wichtige Grundlage für einen konkurrenzfähigen Auftritt gegen die starke internationale Konkurrenz.
Zweiter Porsche bereits bestätigt
Der Porsche mit der Startnummer 7 ist nicht der einzige Pro-Porsche von Absolute Racing in Suzuka. Bereits zuvor war der AO by Absolute Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 8 angekündigt worden. Dort werden Laurin Heinrich, Alessio Picariello und Julien Andlauer antreten.
Absolute Racing stellt damit zwei Pro-Besetzungen für das 1000-km-Rennen. Das Team hatte bereits beim Saisonauftakt der Intercontinental GT Challenge 2026 in Bathurst einen Porsche eingesetzt und dort den sechsten Gesamtrang erreicht.
Porsche führt vor den letzten beiden Veranstaltungen derzeit die Herstellerwertung der Intercontinental GT Challenge an. Suzuka kommt damit im Kampf um den Titel eine wichtige Bedeutung zu.
Für das Fahrzeug mit der Startnummer 7 ist außerdem eine spezielle Lackierung vorgesehen. Das Design soll zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt werden.
Sechs Hersteller in der Pro-Klasse bestätigt
Mit der Meldung des Ford-Einsatzes erhöht sich die Zahl der bislang bestätigten Hersteller in der Pro-Kategorie auf sechs. Neben Ford stehen Chevrolet, Ferrari, Mercedes-AMG, Nissan und Porsche auf der vorläufigen Liste.
Weitere Teilnehmer werden erwartet. Eine vorläufige Gesamtstarterliste soll im weiteren Verlauf der Vorbereitungen veröffentlicht werden.
Damit zeichnet sich bereits jetzt ein hochkarätiges Feld für die Rückkehr der Intercontinental GT Challenge nach Suzuka ab. Besonders interessant wird der direkte Vergleich zwischen dem neuen Ford-Mustang-GT3-Projekt und den etablierten Porsche-Einsätzen sein. Für beide Hersteller geht es zugleich um wichtige Punkte im Kampf um die Herstellerwertung der diesjährigen Langstreckenserie.
