Cairoli und van der Linde prägen DTM-Wochenende in Zandvoort

Christoph Caspary

5 Min. Lesedauer

Cairoli dominiert in Zandvoort, doch der Ferrari Sieg wird in den letzten Runden plötzlich zum Nervenspiel. Van der Linde meldet sich nach dem Samstagsausfall eindrucksvoll zurück und nutzt seine Chance im strategischen Duell mit Vermeulen. Ben Dörr kämpft sich trotz Problemen beim Boxenstopp sensationell aufs Podium und sorgt für einen besonderen McLaren Moment. Für Timo...

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Die DTM hat am Wochenende in Zandvoort zwei Premieren erlebt: Matteo Cairoli feierte im ersten Lauf am Samstag seinen ersten Sieg in der Serie, während Kelvin van der Linde am Sonntag seinen ersten DTM-Erfolg für BMW einfuhr. Zudem sorgte Ben Dörr mit dem ersten Podium für das Dörr-McLaren-Team für ein weiteres Highlight auf dem niederländischen Dünenkurs.

Cairoli dominiert Samstag und feiert Debütsieg

Matteo Cairoli erwischte in Zandvoort ein nahezu perfektes Wochenende. Nachdem der Emil-Frey-Ferrari-Pilot bereits im Freitagstraining die Bestzeit markiert hatte, sicherte sich der Italiener am Samstagvormittag auch die Poleposition und setzte diese im ersten Rennen souverän in seinen ersten DTM-Sieg um.

Beim Start behauptete Cairoli die Führung, während Lucas Auer im Landgraf-Mercedes an Thierry Vermeulen vorbeiging und Rang zwei übernahm. Dahinter entwickelte sich ein weitgehend kontrolliertes Rennen, in dem sich Cairoli früh um mehr als eine Sekunde absetzen konnte.

Der Ferrari-Pilot kontrollierte das Geschehen zwar über weite Strecken, musste in den Schlussrunden jedoch mit starkem Reifenverschleiß kämpfen. Vor allem der linke Hinterreifen bereitete dem 29-Jährigen Sorgen, sodass der Debütsieg am Ende knapper war, als es zunächst wirkte.

Auer brachte Rang zwei ins Ziel und übernahm damit zugleich die Führung in der Gesamtwertung. Vermeulen komplettierte vor heimischem Publikum das Podium für Emil Frey Racing. Hinter den Top Drei verteidigte Bastian Buus zunächst den vierten Platz erfolgreich gegen Jules Gounon, wurde jedoch nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Land-Porsche das vorgeschriebene Mindestgewicht unterschritt.

Dadurch rückten mehrere Fahrer auf: Gounon wurde als Vierter gewertet, Ben Dörr belegte Rang fünf vor Maro Engel und Thomas Preining. Luca Engstler und Nicki Thiim komplettierten die Top 10.

Glock erneut vom Pech verfolgt

Für Timo Glock verlief das Samstagsrennen enttäuschend. Der Dörr-McLaren-Pilot musste nach einem technischen Defekt im Qualifying ohnehin vom Ende des Feldes starten und geriet in der Anfangsphase mit Kelvin van der Linde aneinander. Dabei zog sich Glock einen Reifenschaden zu und fiel früh zurück.

Später musste der ehemalige Formel-1-Pilot seinen McLaren endgültig abstellen. Ursache war nach eigenen Angaben ein Defekt am Gaspedal. Auch Kelvin van der Linde und Tom Kalender erreichten das Ziel nicht.

Abseits der Ausfälle blieb das Rennen trotz einiger Zweikämpfe weitgehend ruhig. Die Pflichtboxenstopps brachten kaum Veränderungen im Klassement. Lediglich Thomas Preining gewann eine Position gegen Luca Engstler. Für Diskussionen sorgte allerdings eine Unsafe-Release-Situation bei Abt-Lamborghini, bei der Marco Mapelli beim Herausfahren Mirko Bortolotti touchierte.

Van der Linde schlägt am Sonntag zurück

Im zweiten Rennen meldete sich Kelvin van der Linde eindrucksvoll zurück. Der Schubert-BMW-Pilot startete von der Poleposition und galt nach Anpassungen an der Balance of Performance sowie einem zusätzlichen frischen Reifensatz bereits vor dem Start als einer der Favoriten.

Zunächst verteidigte der Südafrikaner die Führung vor Luca Engstler und Thierry Vermeulen. Während Vermeulen erneut beim Start Plätze verlor, entwickelte sich hinter der Spitze ein intensives Rennen mit mehreren Zwischenfällen und unterschiedlichen Strategien.

Nach der ersten Boxenstoppphase sorgte eine Safety-Car-Phase für zusätzliche Spannung. Auslöser war Jules Gounon, der nach einem Fahrfehler ein Streckenschild beschädigte. Beim anschließenden Restart nutzte Vermeulen die Gelegenheit, Engstler zu überholen und kurz darauf auch van der Linde unter Druck zu setzen.

Der BMW-Pilot leistete sich wenig später einen kleinen Fehler in der Schlusskurve, wodurch Vermeulen die Führung übernehmen konnte. Allerdings drehte sich das Rennen beim zweiten Pflichtstopp erneut: Während Schubert-BMW einen fehlerfreien Service ablieferte, verlor Emil Frey Racing durch einen missglückten Reifenwechsel entscheidende Zeit. Vermeulens Ferrari wurde zu früh abgelassen, obwohl das linke Vorderrad noch nicht vollständig montiert war.

Van der Linde nutzte den Vorteil seiner bereits auf Temperatur gebrachten Reifen und holte sich die Führung zurück. Anschließend setzte er sich deutlich ab und fuhr mit über sechs Sekunden Vorsprung zu seinem ersten BMW-Sieg in der DTM.

Ben Dörr feiert erstes DTM-Podium

Hinter van der Linde sorgte Ben Dörr für die Überraschung des Tages. Trotz eines langsamen ersten Boxenstopps kämpfte sich der 21-Jährige mit mehreren Überholmanövern zurück nach vorne und sicherte sich Rang zwei. Damit feierte sowohl Dörr selbst als auch das Dörr-McLaren-Team das erste Podium in der DTM.

Marco Wittmann komplettierte als Dritter den Doppelerfolg für Schubert-BMW. Maro Engel belegte Rang vier und übernahm damit erneut die Tabellenführung. Vermeulen fiel in der Schlussphase aufgrund nachlassender Reifen und der verlorenen Zeit beim zweiten Stopp noch bis auf Platz fünf zurück.

Luca Engstler und Marco Mapelli kamen auf den Positionen sechs und sieben ins Ziel. Thomas Preining setzte sich im Kampf um Rang acht gegen Mirko Bortolotti durch, während Ricardo Feller die Top 10 komplettierte. Lucas Auer erlebte dagegen ein schwieriges Rennen und wurde nach einer Kollision mit Nicki Thiim nur 13.

Schwieriges Wochenende für mehrere Teams

Für die Land-Mannschaft setzte sich das schwierige Wochenende auch am Sonntag fort. Nach der Disqualifikation vom Samstag schied Bastian Buus bereits früh mit einem Reifenschaden aus.

Probleme gab es zudem bei Winward-Mercedes: Sowohl Maro Engel als auch Jules Gounon verloren bei den Boxenstopps viel Zeit aufgrund technischer Schwierigkeiten mit dem Equipment. Trotzdem gelang Engel mit Platz vier die Rückkehr an die Spitze der Gesamtwertung.

Nach dem Rennwochenende in Zandvoort führt Engel die Meisterschaft mit 67 Punkten vor Lucas Auer mit 61 Zählern an. Marco Wittmann verbessert sich auf Rang drei der Gesamtwertung vor Thomas Preining und Matteo Cairoli.

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