WRT und Comtoyou Racing kritisieren BoP nach den 24 Stunden von Spa

Christoph Caspary

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Nach den 24 Stunden von Spa wächst der Unmut im Fahrerlager. Gleich zwei Topteams stellen den BoP Prozess der SRO öffentlich in Frage und fordern grundlegende Veränderungen.

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Nach den 24 Stunden von Spa haben die belgischen Teams WRT und Comtoyou Racing deutliche Kritik an der Balance of Performance (BoP) sowie am technischen Ablauf des Rennwochenendes geäußert. Beide Rennställe sehen die Fahrzeugeinstufung als wesentlichen Faktor dafür, dass sie nach eigener Einschätzung nicht um den Sieg kämpfen konnten.

WRT war mit drei BMW M4 GT3 am Start, darunter zwei Fahrzeuge des BMW-Werksteams in der Pro-Klasse. Das bestplatzierte Auto mit Valentino Rossi, Max Hesse und Dan Harper belegte Rang sechs. Teamchef Vincent Vosse erklärte nach dem Rennen, dass sein Team zu keinem Zeitpunkt konkurrenzfähig gewesen sei. Besonders kritisierte er die kurzfristige Anpassung der BoP nach der Superpole und stellte die Berechnungen der SRO in Frage. Nach seiner Einschätzung seien vor allem Ferrari und Porsche im Vorteil gewesen, während WRT nur dann Chancen auf Spitzenresultate habe, wenn die Konkurrenz Fehler mache oder technische Probleme bekomme.

Vosse kündigte an, dass WRT seine Kritik in einer offiziellen Stellungnahme zusammenfassen werde. Zudem erinnerte er daran, dass BMW und WRT nach den 24 Stunden von Spa im Vorjahr nach eigenen Angaben eine Entschuldigung der SRO erhalten hätten. Grundsätzlich fordert der Belgier eine Überarbeitung des BoP-Prozesses, der auch in weiteren GT-Serien wie der DTM und dem ADAC GT Masters Anwendung findet. Gleichzeitig betonte er, dass seine Kritik weder die Organisation der Veranstaltung noch die Leistung der Sieger schmälern solle.

Auch Comtoyou Racing äußerte sich nach dem Rennen kritisch. Das Team setzte vier Aston Martin Vantage GT3 ein, von denen keines das Ziel erreichte. Teamchef Jean-Michel Baert lobte zwar die Organisation und den sportlichen Ablauf der Veranstaltung, bemängelte jedoch die technische Umsetzung der BoP sowie die Kommunikation zwischen SRO, Herstellern und Teams.

Nach Darstellung Baerts hätten die Teams keinen direkten Einfluss auf die Motorsteuerung oder die technischen Parameter, da diese zwischen Hersteller und SRO abgestimmt würden. Dadurch seien die Einsatzteams von Entscheidungen abhängig, auf die sie selbst keinen Einfluss hätten. Er kritisierte zudem, dass es trotz gemeldeter Probleme bei der Höchstgeschwindigkeit und Fragen zur Motorabstimmung keinen ausreichenden Austausch mit der SRO gegeben habe.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Vorgänge rund um die Superpole. Sowohl die Fahrzeuge von Comtoyou Racing als auch jene von Walkenhorst Motorsport verloren dort ihre Zeiten aufgrund eines festgestellten Overboosts. Laut Baert habe Aston Martin dem Team jedoch bestätigt, dass zwischen Qualifying und Superpole keine Änderungen an der Motorsteuerung vorgenommen worden seien. Deshalb fordert er eine genauere Aufklärung der Vorgänge.

Darüber hinaus verwies Baert auf den Einfluss der hohen Temperaturen während des Rennwochenendes. Zwar habe der Aston Martin unter der Hitze gelitten, dieses Verhalten sei jedoch bekannt und hätte seiner Ansicht nach bei der BoP-Berücksichtigung einfließen müssen.

Mit ihrer Kritik richten sich beide Teams ausdrücklich gegen den BoP-Prozess und die technische Umsetzung durch die SRO. Gleichzeitig betonen sowohl WRT als auch Comtoyou Racing, dass ihre Aussagen nicht als Kritik an der Organisation der 24 Stunden von Spa oder an der Leistung der siegreichen Teams verstanden werden sollen.

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