Petit Le Mans 2026: Porsche triumphiert nach dramatischem Finale

Christoph Caspary

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Auf der Road Atlanta wurde das IMSA-Saisonfinale zum zehnstündigen Krimi: Regen, zahlreiche Neutralisationen und ein packendes Duell in der Schlussphase hielten die Entscheidung bis kurz vor der Zielflagge offen

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Das Saisonfinale der IMSA WeatherTech SportsCar Championship auf der Road Atlanta hat seinem Ruf als Langstreckenklassiker alle Ehre gemacht. Nach zehn Stunden Rennzeit setzte sich Porsche im Kampf um den Gesamtsieg durch. Kévin Estre, Laurens Vanthoor und Matt Campbell brachten den Porsche 963 mit der Startnummer 6 nach einem packenden Schlussduell als Sieger über die Ziellinie. Nur 1,205 Sekunden trennten Porsche vom zweitplatzierten BMW M Hybrid V8.

Bereits in der frühen Rennphase sorgten wechselhafte Bedingungen für zusätzliche Spannung. Starker Regen, zahlreiche Neutralisationen und insgesamt 16 Safety-Car-Phasen machten die Strategie zu einem entscheidenden Faktor. Eine zusätzliche Unterbrechung mit roter Flagge sorgte dafür, dass sich das Rennen immer wieder neu entwickelte.

Die Entscheidung fiel schließlich erst in den letzten Minuten. Nach zehn Stunden wurde das Rennen für einen kurzen Sprint zur Zielflagge, in dem Laurens Vanthoor im Porsche 963 sämtliche Angriffe des BMW abwehren konnte. Der Belgier brachte das Fahrzeug mit kontrolliertem Risiko und zugleich maximalem Druck ins Ziel und sicherte Porsche damit einen besonders wichtigen Erfolg zum Saisonabschluss.

Für Porsche war es zugleich ein historischer Triumph. Erstmals gelang es einem Hersteller, innerhalb einer Saison die drei großen Langstreckenklassiker Daytona, Sebring und Petit Le Mans zu gewinnen. Darüber hinaus sicherte sich Porsche erneut die Titel im Hersteller-, Team- und Fahrerklassement des IMSA Michelin Endurance Cup.

BMW drängt bis zur letzten Runde

Der BMW M Hybrid V8 mit der Startnummer 24 lieferte dem späteren Sieger bis zum Schluss einen harten Kampf. Dries Vanthoor, Sheldon van der Linde und Robin Frijns hatten sich bereits während der zehn Stunden in der Spitzengruppe etabliert. Trotz eines zwischenzeitlichen Dreher von Frijns blieb das BMW-Trio im Kampf um den Sieg.

In der Schlussphase entwickelte sich schließlich ein direktes Duell zwischen Sheldon van der Linde und Laurens Vanthoor. Der BMW-Pilot versuchte bis zur letzten Runde, den Porsche noch abzufangen. Am Ende fehlte jedoch die entscheidende Gelegenheit für einen Überholversuch. Platz zwei bedeutete dennoch einen starken Abschluss der ersten IMSA-Saison des BMW M Team WRT.

Das Debütprogramm von WRT kann sich damit sehen lassen: Neben dem Sieg in Indianapolis kamen vier weitere Podestplätze hinzu. In Road Atlanta und Detroit erreichte das Team jeweils Rang zwei, während in Daytona und Laguna Seca zwei dritte Plätze zu Buche standen.

Weniger Glück hatte der zweite BMW M Hybrid V8. Die Startnummer 25 mit Philipp Eng, Marco Wittmann und Kevin Magnussen musste das Rennen nach einem Unfall vorzeitig beenden. Kevin Magnussen blieb bei dem Zwischenfall unverletzt.

Paul Miller Racing holt den GTD-PRO-Titel

Auch in der GTD-PRO-Klasse fiel die Entscheidung erst beim Saisonfinale. Paul Miller Racing konnte sich mit dem BMW M4 GT3 EVO und den Stammfahrern Connor De Phillippi und Neil Verhagen den Meistertitel sichern.

Dabei war die Ausgangslage alles andere als komfortabel. Das BMW-Duo reiste mit einem deutlichen Rückstand von 47 Punkten zum Saisonfinale. Ein starkes Rennen und die notwendigen Ergebnisse der Konkurrenz machten die Titelaufholjagd dennoch möglich. Zusammen mit Dan Harper erreichten De Phillippi und Verhagen in Road Atlanta den dritten Platz ihrer Klasse – genug, um die Meisterschaft zu gewinnen.

Für Paul Miller Racing ist es der erste Titel in der Gesamtwertung der GTD-PRO-Klasse seit dem Aufstieg in diese Kategorie vor drei Jahren. Der Erfolg krönt damit eine Saison, die für das Team bereits mit dem Triumph bei den 24 Stunden von Daytona stark begonnen hatte.

Pech für Turner Motorsport

Für Turner Motorsport nahm das Saisonfinale dagegen eine völlig andere Wendung. Das Team war mit Robby Foley und Patrick Gallagher mit realistischen Chancen auf den GTD-Titel nach Road Atlanta gereist. Ein früher technischer Defekt am BMW M4 GT3 EVO machte die Hoffnungen jedoch zunichte.

Damit endete eine bis dahin starke Saison für Turner Motorsport ohne den erhofften Meisterschaftserfolg.

Porsche auch in den GT-Klassen stark

Auch die Porsche-Kundenteams konnten in Road Atlanta überzeugen. In der GTD-PRO-Kategorie lieferten sich die Porsche 911 GT3 R von AO Racing und Manthey über weite Strecken ein enges Duell mit der Konkurrenz.

Der als „Rexy“ bekannte Porsche 911 GT3 R von AO Racing mit Harry King, Nick Tandy und Alessio Picariello belegte schließlich Rang zwei. Das Schwesterauto von Manthey fiel dagegen kurz vor dem Ziel wegen eines Mangels an Kraftstoff noch auf Platz sieben zurück.

In der GTD-Klasse komplettierte Manthey 1st Phorm mit dem Porsche 911 GT3 R das Podium. Riccardo Pera, Ryan Hardwick und ihre Teamkollegen verpassten den Klassensieg dabei nur knapp.

Ein Saisonfinale mit vielen Wendungen

Für Porsche endet damit eine wechselhafte IMSA-Saison mit einem besonders wichtigen Erfolg. Der Porsche 963 Nummer 6 konnte nach einer schwierigen Saisonphase ausgerechnet beim prestigeträchtigen Petit Le Mans zurückschlagen.

Gleichzeitig unterstrich BMW mit Platz zwei des WRT-Teams die positive Entwicklung seines neuen IMSA-Programms. Während Porsche mit dem Gesamtsieg einen historischen Erfolg feierte, sorgte BMW mit dem GTD-PRO-Titel von Paul Miller Racing für ein weiteres Highlight.

Die Saison 2026 endete auf der Road Atlanta damit mit zwei unterschiedlichen, aber gleichermaßen bemerkenswerten Geschichten: einem Porsche-Triumph nach einem dramatischen Schlussduell und einem überraschenden Meisterschaftserfolg für Paul Miller Racing nach einer beeindruckenden Aufholjagd.

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