Kurzportrait Thomas Preining

Christoph Caspary

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Thomas Preining gewinnt mit Manthey seinen zweiten DTM-Titel. Das Porträt über den Porsche-Werksfahrer, das Grello und die Meisterschaftsentscheidung in Hockenheim.

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Vom Karttalent zum zweimaligen DTM-Champion

Thomas Preining wurde am 21. Juli 1998 in Linz geboren. Der Motorsport wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Sein Vater Andreas war als Motorradrennfahrer international aktiv. Thomas saß bereits im Alter von sieben Jahren erstmals in einem Kart. In den folgenden Jahren sammelte er mehrere nationale und internationale Karttitel und entwickelte sich zu einem vielversprechenden Nachwuchsfahrer.

2015 drohte seine Karriere allerdings früh ins Stocken zu geraten, als ein wichtiger Sponsor absprang. Preining musste sich neu orientieren und seinen Weg in den professionellen Motorsport weiter erkämpfen. Der Wechsel in den Formelsport und anschließend in den Tourenwagen- und GT-Sport führte ihn schließlich in das Porsche-Nachwuchsprogramm.

2018 gewann er den Porsche Carrera Cup Deutschland. Dieser Titel war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Porsche-Werksfahrer. In den folgenden Jahren sammelte er Erfahrungen in unterschiedlichen Rennserien, darunter der Langstrecken-Weltmeisterschaft FIA WEC und auf der Nürburgring-Nordschleife.

2022 folgte seine erste DTM-Saison mit Porsche. Bereits in diesem Jahr gelang ihm der erste DTM-Sieg für den Hersteller. Der endgültige Durchbruch in der Meisterschaft ließ nicht lange auf sich warten.

Manthey und Preining: eine Partnerschaft mit Meisterschaftsformat

Zur Saison 2023 wechselte Preining zu Manthey. Die Verbindung erwies sich unmittelbar als Erfolg: Gleich im ersten gemeinsamen Jahr gewannen Fahrer und Team die DTM-Meisterschaften. Preining wurde der erste Fahrer, der mit einem Porsche die DTM-Fahrerwertung für sich entscheiden konnte.

Der Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 und dem markanten gelb-grünen „Grello“-Design entwickelte sich zum weithin erkennbaren Aushängeschild dieser Zusammenarbeit. Das Auto steht für die Verbindung von technischer Präzision, konsequenter Rennvorbereitung und einem Fahrer, der sich im direkten Zweikampf wohlfühlt.

2024 blieb Preining der DTM treu und sammelte weiterhin regelmäßig Punkte. Auch 2025 zeigte er mit fünf Podestplätzen seine Konkurrenzfähigkeit und beendete die Meisterschaft auf Rang vier, nur zehn Punkte hinter dem späteren Champion. Damit war die Grundlage für einen erneuten Titelangriff gelegt.

2026 ging Preining in seine vierte DTM-Saison mit Manthey. Gemeinsam mit dem Schweizer Ricardo Feller bildete er das Fahrerduo des Teams. Während Feller im Laufe der Saison zunehmend wichtige Punkte beisteuerte, entwickelte sich Preining erneut zu einem der zentralen Titelkandidaten.

Das Finale in Hockenheim: Nervenstärke statt Risiko

Beim Saisonabschluss vom 9. bis 11. Oktober 2026 kam es auf die Details an. Preining reiste mit einem Vorsprung von 20 Punkten zum Hockenheimring. Der Österreicher wusste, dass nicht zwingend ein weiterer Sieg notwendig war, sondern vor allem ein Ergebnis, das seinen Titel nicht gefährdete.

Im abschließenden Rennen startete er von Position sieben. Bereits in der turbulenten Anfangsphase arbeitete er sich auf Rang vier nach vorn. Die Manthey-Mannschaft setzte anschließend zwei schnelle Boxenstopps um und brachte ihren Fahrer damit in eine Position, aus der er sogar um den zweiten Platz kämpfen konnte.

Die Strategie war auf Sicherheit und Flexibilität ausgelegt. Preining erklärte nach dem Rennen, dass die Mannschaft mit gebrauchten Reifen beim ersten Stopp bewusst eine Option für ein mögliches spätes Safety-Car offenhalten wollte. Die Rechnung ging auf.

In der Schlussphase lag Preining hinter Maro Engel auf Rang zwei. Sein Teamkollege Ricardo Feller hielt sich in unmittelbarer Nähe und unterstützte den Österreicher, ohne ihn unnötig unter Druck zu setzen. In der letzten Runde ließ Preining den Schweizer schließlich passieren. Feller wurde Zweiter, Preining Dritter – und damit stand der Titelgewinn fest.

Auf die Frage nach dem ungewöhnlichen Positionswechsel antwortete Preining scherzhaft, er habe einen Krampf im Fuß gehabt. Motorsport-Total berichtete über diese augenzwinkernde Erklärung. Der Meisterschaft war der Positionswechsel nicht abträglich: Preining hatte ausreichend Punkte gesammelt, um den Titel auch mit Rang drei sicherzustellen.

Ricardo Feller als wichtiger Teil des Erfolgs

Der zweite Manthey-Porsche spielte im Titelkampf eine wesentliche Rolle. Ricardo Feller unterstützte seinen Teamkollegen im Finale über weite Strecken und ermöglichte ihm, sich auf die entscheidenden Duelle zu konzentrieren. Der Schweizer beendete das Rennen auf Rang zwei und erzielte damit sein bestes Saisonresultat.

Preining machte nach dem Wochenende deutlich, wie wichtig das gesamte Team für den Erfolg war. Gerade in einer Meisterschaft, in der Boxenstopps, Reifenmanagement und Rennsituationen über wenige Punkte entscheiden können, ist die Zusammenarbeit zwischen Fahrer, Ingenieuren und Mechanikern ein wesentlicher Faktor.

Die Leistung von Manthey beschränkte sich dabei nicht auf das Finale. Über die Saison hinweg musste das Team unterschiedliche Streckencharakteristiken, wechselnde Konkurrenzsituationen und strategische Herausforderungen bewältigen. Dass Preining im entscheidenden Moment keine unnötigen Risiken einging, war ebenso Teil des Erfolgs wie die Arbeit seiner Mannschaft.

30 Jahre Manthey – ein Jubiläum mit zwei Titeln

Der zweite DTM-Titel von Thomas Preining fällt in ein besonderes Jahr für Manthey. Das Team feiert 2026 sein 30-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Mannschaft von Olaf Manthey; über die Jahre entwickelte sie sich zu einer festen Größe im internationalen GT- und Langstreckensport.

Auch die Geschichte des „Grello“ ist eng mit dem Team verbunden. Das gelb-grüne Design trat 2016 erstmals in seiner charakteristischen Form auf der Nürburgring-Nordschleife in Erscheinung und wurde schnell zu einem Markenzeichen. Zum Jubiläum erhielten die beiden DTM-Porsche von Preining und Feller zusätzliche Gestaltungselemente, die auf die Geschichte der Mannschaft verwiesen.

Sportlich setzte Manthey ebenfalls ein Ausrufezeichen: Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren gewann das Team die DTM-Teamwertung. Zusammen mit Preinings Fahrermeisterschaft wurde das Jubiläumsjahr damit zu einem doppelten Erfolg. Für Geschäftsführer Nicolas Raeder war der Titelgewinn vor allem das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung.

Ein Champion, der noch viel vorhat

Mit dem zweiten DTM-Titel gehört Thomas Preining zu einem exklusiven Kreis. In der mehr als 40-jährigen Geschichte der Serie ist er erst der achte Fahrer, der mindestens zweimal die Fahrermeisterschaft gewinnen konnte. Zugleich ist er der erste Österreicher, dem dieses Kunststück gelang.

Sein Erfolgsrezept ist dabei nicht allein an den Ergebnissen abzulesen. Preining schätzt den engen Zweikampf, die körperliche und mentale Herausforderung und die Möglichkeit, innerhalb der Regeln auf der Strecke um Positionen zu kämpfen. Diese Einstellung passt zur DTM und zu einer Mannschaft wie Manthey, deren Stärke sich gerade in den Details eines Rennwochenendes zeigt.

Der Titel von 2026 ist deshalb mehr als eine Wiederholung des Erfolgs von 2023. Er bestätigt, dass Preining und Manthey über mehrere Jahre hinweg auf höchstem Niveau zusammenarbeiten können. Der Österreicher hat bewiesen, dass er nicht nur ein schnelles Auto bewegen, sondern auch einen Meisterschaftskampf über eine gesamte Saison hinweg erfolgreich gestalten kann.

Für Manthey ist der Erfolg eine Bestätigung der eigenen Arbeit und ein besonderer Höhepunkt im Jubiläumsjahr. Für Preining bedeutet er einen weiteren Meilenstein auf seinem Weg als Porsche-Werksfahrer. Die gemeinsame Geschichte ist damit um ein bedeutendes Kapitel reicher.

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