24h Daytona – Rückblick GT3/GTD

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GT3/GTD im Fokus: Kundensport unter Hochspannung bei den 24h von Daytona

Wenn beim 24 Stunden von Daytona die Sonne über dem Infield versinkt, beginnt für die GTD- und GTD-Pro-Klassen der eigentliche Kampf. Während die Prototypen an der Spitze das Tempo diktieren, tobt im GT-Feld ein permanenter Schlagabtausch – Rad an Rad, Stint für Stint, oft entschieden durch Zentimeter, Sekunden und Nervenstärke.

Beim Saisonauftakt der IMSA WeatherTech SportsCar Championship lieferten die GTD-Klassen auch in diesem Jahr genau das, was Daytona ausmacht: Langstreckensport unter Dauerstress, ein Feld voller internationaler Spitzenfahrer und Entscheidungen, die sich erst tief in der Nacht oder im ersten Morgenlicht ankündigten.

Zwei Klassen, ein Puls – GTD Pro und GTD

Beide Kategorien basieren auf dem weltweit etablierten GT3-Reglement, doch ihr Charakter unterscheidet sich deutlich:

  • GTD Pro: kompromissloser Angriff, rein professionelle Line-ups, jede Runde am Limit
  • GTD: taktisch geprägter Ausdauerkampf mit Pro-/Am-Besetzungen, bei dem Konstanz oft wichtiger ist als rohe Geschwindigkeit

Gemeinsam bildeten sie eines der dichtesten und härtesten Startfelder des gesamten Rennens – ein rollendes Schaufenster für modernen Kundensport auf Weltklasseniveau.


GTD Pro – BMWs Weg vom Ende des Feldes an die Spitze

Die Geschichte der GTD-Pro-Klasse schrieb in diesem Jahr Paul Miller Racing. Nach einer Qualifikationsstrafe startete der BMW M4 GT3 EVO vom letzten Platz der Kategorie – ein denkbar ungünstiger Auftakt für ein 24-Stunden-Rennen, in dem Track Position alles ist.

Doch über Nacht begann die Aufholjagd. Während andere Teams Fehler machten, Strafen kassierten oder im Verkehr Zeit verloren, arbeitete sich der BMW Runde um Runde nach vorne. Saubere Boxenstopps, konstante Stints und vier Fahrer, die das Auto unversehrt durch die Nacht trugen, machten am Ende den Unterschied.

Podium GTD Pro – Top 3

  1. Paul Miller Racing (#1) – BMW M4 GT3 EVO
    Neil Verhagen / Connor De Phillippi / Max Hesse / Dan Harper
  2. 75 Express (#75) – Mercedes-AMG GT3
    Kenny Habul / Maro Engel / Will Power / Chaz Mostert
  3. Winward Racing (#48) – Mercedes-AMG GT3
    Scott Noble / Jason Hart / Maxime Martin / Luca Stolz

Auch abseits des Podiums blieb die Klasse hochklassig besetzt: Das Corvette-Werksteam mit Tommy Milner, Nick Catsburg und Nico Varrone lieferte harte Zweikämpfe, während der Manthey-Porsche „Grello“ mit Thomas Preining, Klaus Bachler, Ayhancan Güven und Ricardo Feller immer wieder mit starker Pace auf sich aufmerksam machte.


GTD – Ein Kampf bis zum letzten Atemzug

In der GTD-Klasse entwickelte sich über 24 Stunden ein Rennen, das sinnbildlich für Daytona steht: wechselnde Führungen, immer wieder Neutralisationen und ein Spitzenfeld, das selbst in den letzten Rennstunden kaum auseinandergezogen war.

Als der Morgen dämmerte, war klar: Dieser Klassensieg würde nicht auf der Strategie-Tafel entschieden, sondern auf der Strecke. Im finalen Schlagabtausch setzte sich schließlich Winward Racing im Mercedes-AMG GT3 durch – nach einem intensiven Duell, bei dem jeder Überrundete und jede Kurve im Infield zur Herausforderung wurde.

Top 3 GTD – Endstand

  1. Winward Racing (#57) – Mercedes-AMG GT3
  2. Magnus Racing (#44) – Aston Martin Vantage GT3 EVO
  3. Heart of Racing Team (#27) – Aston Martin Vantage GT3

Sekunden trennten Sieg und Niederlage – ein Beweis für die enorme Leistungsdichte dieser Klasse.


Analyse: Warum GTD das Herz von Daytona ist

Das GTD-Feld verkörpert die Essenz des Daytona-Langstreckenklassikers:

  • Internationale Topfahrer, die sich Nacht für Nacht im Verkehr behaupten müssen
  • Eine Markenvielfalt, wie sie nur der GT3-Kundensport ermöglicht
  • Strategische Entscheidungen, die unter Flutlicht, bei fallenden Temperaturen und auf abbauenden Reifen getroffen werden

Gerade die Nachtphase wurde erneut zum Schlüsselmoment: kalter Asphalt, müde Fahrer, dichter Verkehr – Fehler wurden gnadenlos bestraft, Konstanz hingegen belohnt.


Fazit – 24 Stunden, ein Dauerzustand aus Druck und Emotion

Die GTD- und GTD-Pro-Klassen zeigten bei den 24 Stunden von Daytona eindrucksvoll, warum sie längst mehr sind als „nur“ Rahmenprogramm. Sie sind der emotionale Kern des Rennens: greifbar, nahbar und brutal intensiv.

Ob Aufholjagd aus dem Hinterfeld, Positionskämpfe bis zur Zielflagge oder das Ringen mit der eigenen Konzentration in den frühen Morgenstunden – das GTD-Feld lieferte all das, was Langstreckensport so faszinierend macht. Daytona ohne GTD? Unvorstellbar.

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