Oliver Solberg baut Führung am zweiten Tag weiter aus
Monte Carlo – Der zweite Wettbewerbstag der Rallye Monte Carlo stand erneut im Zeichen äußerst schwieriger Streckenbedingungen. Schnee, Matsch, Eisglätte und feuchter Asphalt verlangten den Fahrern höchste Präzision und Konzentration ab. An der Spitze des Feldes behauptete sich weiterhin Toyota-Pilot Oliver Solberg, der seine Führung trotz Rückschlägen souverän verteidigte und weiter ausbaute.
Solberg ging mit einem Vorsprung von 44,2 Sekunden auf seinen Teamkollegen Elfyn Evans in den ersten vollen Wettbewerbstag. Auf der vierten Wertungsprüfung konnte der Schwede diesen Abstand auf über eine Minute vergrößern. Ein Reifenschaden vorne links in der darauffolgenden Prüfung kostete ihn jedoch einen Großteil des zuvor herausgefahrenen Vorsprungs. Unbeeindruckt setzte Solberg seine Fahrt fort und gewann die letzten Wertungsprüfungen des Vormittags. Mit seinem dritten Etappensieg des Wochenendes baute er den Vorsprung erneut auf über eine Minute aus.
Auch am Nachmittag kontrollierte Solberg das Geschehen an der Spitze. Währenddessen konzentrierten sich seine Verfolger Evans und Sébastien Ogier auf den internen Kampf um Rang zwei. Ogier gelang auf der achten Wertungsprüfung eine deutliche Bestzeit, mit der er den Rückstand auf Evans halbierte. Zwar verlor Solberg in dieser Prüfung 17,6 Sekunden auf Ogier, büßte jedoch nur 1,4 Sekunden auf Evans ein und verteidigte damit seine Führung von 1:05,6 Minuten. Solberg äußerte sich anschließend kritisch zu den aus seiner Sicht ungünstigeren Lichtverhältnissen während seiner Fahrt.
Auf der neunten und letzten Prüfung des Tages ging Solberg bewusst kein Risiko mehr ein und verwaltete seinen Vorsprung. Nach Abschluss der zweiten Tagesetappe beträgt sein Vorsprung 1:08,4 Minuten. „Ich wollte einfach nur diese Etappe hinter mich bringen, es ist heute so viel passiert“, erklärte Solberg. „Es war insgesamt eine saubere Fahrt, ich bin durchgekommen und habe meinen Vorsprung ausgebaut. Es war ein fantastischer Tag.“
Ogier fuhr auf der neunten Wertungsprüfung seine zweite Bestzeit in Folge und verkürzte den Rückstand auf Evans um weitere 12,1 Sekunden. Damit liegt der neunfache Weltmeister über Nacht nur noch 6,5 Sekunden hinter dem Waliser, nachdem der Abstand am Nachmittag noch 35,7 Sekunden betragen hatte. Evans zeigte sich selbstkritisch und räumte ein, nicht mutig genug gefahren zu sein.
Hinter dem Toyota-Trio hatten mehrere Hyundai-Piloten mit Problemen zu kämpfen. Der beste Hyundai liegt derzeit über fünf Minuten hinter der Spitze. Thierry Neuville verlor auf der letzten Tagesprüfung rund drei Minuten, nachdem er in einer Kurve stecken geblieben war, und fiel auf Rang fünf zurück. Adrien Fourmaux kämpfte unterdessen mit elektrischen Problemen an seinem Fahrzeug, wodurch unter anderem die Handbremse ausfiel. Zusätzlich erhielt er eine 30-Sekunden-Strafe wegen verspäteten Starts zur achten Wertungsprüfung. Fourmaux liegt nun 3:50,3 Minuten hinter Ogier, aber 1:00,1 Minute vor Neuville.
Jon Armstrong belegt bei seinem Rally1- und Monte-Carlo-Debüt im Ford den sechsten Gesamtrang, verlor jedoch am Nachmittag durch einen Reifenwechsel rund drei Minuten. Hayden Paddon, der nach achtjähriger Pause in die Rallye-Weltmeisterschaft zurückgekehrt ist, liegt im Hyundai 23,3 Sekunden hinter Armstrong.
Takamoto Katsuta verlor am Nachmittag durch einen Ausfall der Servolenkung rund sechs Minuten und fiel in der Gesamtwertung zurück. Sein Beifahrer unterstützte ihn während der Prüfung durch manuelles Betätigen der Handbremse. Katsuta liegt nun hinter Grégoire Munster auf den Plätzen elf und zwölf.
Josh McErlean und Sami Pajari nahmen nach ihren Ausfällen am Donnerstagabend den Wettbewerb wieder auf. Während Pajari das Tagesziel erreichte, schied McErlean auf der neunten Wertungsprüfung erneut aus. In der WRC2-Kategorie führt Leo Rossel mit seinem Citroën mit 39,6 Sekunden Vorsprung vor Eric Camilli. Nikolay Gryazin liegt bei seinem Debüt im Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale auf dem dritten Rang, nur 1,7 Sekunden hinter Camilli.
