Mit großer Trauer nimmt die Motorsportwelt Abschied von Hans Herrmann, der in der vergangenen Nacht verstorben ist, einem der bedeutendsten deutschen Rennfahrer der Nachkriegszeit. Mit ihm geht eine Ära zu Ende – die Zeit der Pioniere, die mit Mut, technischem Verständnis und eiserner Disziplin den modernen Rennsport prägten.
Geboren am 23. Februar 1928, begann Herrmann seine Karriere in den frühen 1950er-Jahren und machte sich rasch einen Namen als außergewöhnlich kluger, verlässlicher und zugleich furchtloser Fahrer. In der Formel 1 startete er für renommierte Teams wie Mercedes-Benz und BRM. Zwar blieb ihm ein Grand-Prix-Sieg verwehrt, doch sein Ruf als Meister der Kontrolle und des strategischen Rennens eilte ihm voraus.
Unsterblich machte sich Hans Herrmann vor allem im Langstreckensport. Sein größter Triumph gelang 1970 mit dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, als er im Porsche 917 Geschichte schrieb. Dieser Erfolg krönte eine Karriere, die von legendären Einsätzen bei der Mille Miglia, der Targa Florio und zahlreichen Sportwagenklassikern geprägt war.
Bemerkenswert war nicht nur seine Geschwindigkeit, sondern auch seine außergewöhnliche Fähigkeit, gefährliche Situationen zu überleben – was ihm im Fahrerlager den Spitznamen „Hans im Glück“ einbrachte. Trotz zahlreicher Unfälle blieb er dem Rennsport stets mit klarem Kopf und Respekt vor den Risiken verbunden.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Hans Herrmann dem Motorsport eng verbunden: als Repräsentant, Zeitzeuge und Mentor. Er war eine lebende Brücke zwischen der heroischen Frühzeit des Rennsports und der hochprofessionellen Moderne.
Mit Hans Herrmann verliert Deutschland nicht nur einen großen Rennfahrer, sondern auch eine Persönlichkeit, die für Fairness, Bescheidenheit und sportliche Größe stand. Sein Name wird für immer mit den goldenen Kapiteln des internationalen Motorsports verbunden bleiben.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und allen, die ihn bewundert haben.
Der Motorsport verneigt sich vor einer Legende. 🏁
