{"id":3349,"date":"2018-08-17T09:00:53","date_gmt":"2018-08-17T07:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/slickpix.de\/curbs\/?p=3349"},"modified":"2018-08-17T09:00:53","modified_gmt":"2018-08-17T07:00:53","slug":"der-ferrari-312-b3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/slickpix.de\/en\/cars\/der-ferrari-312-b3\/","title":{"rendered":"Der Ferrari 312 B3 die &#8222;Vitaminspritze&#8220;"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"wp-block-heading\">Ferrari 312 B3, Chassis-Nummer \u201e010\u201c, von 1973\/74, Ex-Ickx, Ex-Lauda<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des Ferrari 312 B 1970, des ersten mit Boxer-12-Zylinder-Motor und damit auch einer neuen Formel-1-Baureihe, fuhr sich das Team aus Maranello nach l\u00e4ngerer Zeit in die Position zur\u00fcck, um Formel-1-Weltmeistertitel k\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen. In dieser Position war Ferrari in der Dreiliter-Formel-1 davor zuletzt 1966 mit dem ersten Tipo 312 gewesen. Allerdings verlie\u00df damals John Surtees nach seinem Sieg im belgischen Grand Prix in Spa in laufender Saison nach einem Krach mit dem seinerzeitigen Ferrari-Rennleiter Eugenio Dragoni bei den 24h Le Mans das Team, wechselte und nahm seine Punkte mit zu Cooper-Maserati, gewann mit dem Cooper-Maserati noch den mexikanischen Grand Prix und wurde mit diesem Team letztlich Vizeweltmeister 1966. In den n\u00e4chsten drei Jahren gewann Ferrari lediglich einen einzigen Grand Prix, 1968 durch Jacky Ickx in Rouen\/Frankreich. Ein regelrechtes Desaster gar wurde die Ferrari-Saison 1969 mit nur einem dritten Platz in Zandvoort\/Niederlande durch Chris Amon, der sp\u00e4ter im Jahr auch noch die dringend \u00fcberf\u00e4llige Neukonstruktion 312 B testete, nach drei ern\u00fcchternden Jahren Ferrari aber auch verlie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem 312 B war dann 1970 wieder Jacky Ickx derjenige, der nach Siegen in den Grands Prix von \u00d6sterreich und Kanada, da schon nach dem Unfalltod Jochen Rindts in Monza, bis zum vorletzten WM-Lauf in Watkins Glen\/USA neben Rindt auch noch eine Titelchance hatte, sie dort aber in der 57. Runde durch einen l\u00e4ngeren Boxenstopp wegen Kraftstoffleitungsbruch verlor. Der 312 B \u00fcberzeugte im Vergleich zur Konkurrenz vor allem durch eine \u00fcberlegene Motorleistung und erfuhr f\u00fcr 1971 Detail-Modifikationen, pr\u00e4sentiert in der Version 312 B2, die dann moderater weiterentwickelt noch bis Anfang 1973 eingesetzt wurde, mit allerdings auch zur\u00fcckgehenden Erfolgen. Die beiden Siege bei den Grands Prix Niederlande in Zandvoort 1971 in str\u00f6mendem Regen, seiner \u201eSpezialdisziplin\u201c, und Deutschland auf der N\u00fcrburgring-Nordschleife 1972, seiner erkl\u00e4rten Lieblingsstrecke, waren eher Heldentaten des Fahrers Jacky Ickx. Zu diesem Zeitpunkt wirkte der B2 im Vergleich zur Konkurrenz vom Design her auch schon etwas klobig.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun hatte ebenfalls bereits 1970 Lotus mit der Pr\u00e4sentation des Weltmeisterwagens Typ 72, des ersten Formel-1-Rennwagens mit Seitenk\u00fchlern und keilf\u00f6rmiger Wagenschnauze, eine neue Richtung im Formelwagen-Fahrgestellbau vorgegeben, und dieses Feld war bis dahin im Vergleich zu den Herstellern von der britischen Insel ohnehin nur ganz selten auch eine Ferrari-St\u00e4rke. Hier zogen die Italiener in aller Regel immer wieder versp\u00e4tet nach. Die Seitenk\u00fchler \u00fcbernahm March mit dem 711 dann auch bereits 1971, stellte in jenem Jahr mit Ronnie Peterson den Vizeweltmeister, in der Folge gesellten sich Surtees mit dem TS 9 B, BRM mit dem P 180 sowie Anfang 1973 auch McLaren mit dem M 23 zu dieser Fraktion \u2013 da war der Frontk\u00fchler bereits out. Und wieder wurde es f\u00fcr Ferrari allerh\u00f6chste Zeit, ein von Grund auf neu konzipiertes Auto zu bauen. Schon w\u00e4hrend der Saison 1972 war allerdings der Ferrari-Technikchef Mauro Forghieri, der noch mit der \u201eSchneepflug\u201c-Version einen 312 B3-Vorl\u00e4ufer f\u00fcr Tests auf die R\u00e4der gestellt hatte, hausintern in die Entwicklungsabteilung \u201everbannt\u201c worden. Und Fiat hatte seinen Ingenieur Sandro Colombo zu Ferrari dirigiert, der f\u00fcr einige Monate Forghieris Position einnahm, l\u00e4nger als die zun\u00e4chst geplanten drei Monate. Colombo hatte viele Jahre zuvor unter anderem Gilera-Rennmotorr\u00e4der und auch die Lambretta-Autos bei Innocenti konstruiert.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1056\" height=\"641\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche.png\" alt=\"Ferrari 312 B3 Frontabtriebsfl\u00e4che\" data-id=\"3356\" class=\"wp-image-3356\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche.png 1056w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche-300x182.png 300w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche-1024x622.png 1024w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche-768x466.png 768w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-frontabtriebsflaeche-1000x607.png 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1056px) 100vw, 1056px\" \/><\/a><figcaption> Durchgehende Frontabtriebsfl\u00e4che <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1060\" height=\"717\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974.png\" alt=\"Ferrari 312 B3 Die Lauda-Startnummer 1974: \u201e12\u201c\" data-id=\"3359\" class=\"wp-image-3359\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974.png 1060w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974-300x203.png 300w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974-1024x693.png 1024w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974-768x519.png 768w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lauda-startnummer-1974-1000x676.png 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1060px) 100vw, 1060px\" \/><\/a><figcaption> Die Lauda-Startnummer 1974: \u201e12\u201c <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1055\" height=\"768\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel.png\" alt=\"Ferrari 312 B3 Heckflu\u0308gel\" data-id=\"3357\" class=\"wp-image-3357\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel.png 1055w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel-300x218.png 300w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel-1024x745.png 1024w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel-768x559.png 768w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-heckfluegel-1000x728.png 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1055px) 100vw, 1055px\" \/><\/a><figcaption> In der Fl\u00e4che gew\u00f6lbter und nach oben gezogener Heckfl\u00fcgel <\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">B3-Urform &#8211; zuerst nicht mit Seitenk\u00fchlern<\/h3>\n\n\n\n<p>Unter seiner Federf\u00fchrung entstand der Ferrari 312 B3, in der Linienf\u00fchrung schnittiger als der B2. Das Auto wurde sowohl mit Frontk\u00fchler als auch mit zwei Seitenk\u00fchlern vorgestellt, nach diversen Schwierigkeiten mit dem f\u00fcr Ferrari noch unkonventionellen K\u00fchler-Layout im Hinblick auf Gewichtsverteilung und auch Thermik jedoch nur mit Frontk\u00fchler eingesetzt. Der B3 war der erste Monoposto des Hauses in stilreiner Schalenbauweise, die Zelle \u2013 angeblich um eine Verz\u00f6gerung durch Streiks auszuschlie\u00dfen \u2013 wurde allerdings bei \u201eJohn Thompson\u2019s Prototypes\u201c in Northampton gebaut. Italienische Streiks behinderten dann allerdings wiederholt Testfahrten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schalenbauweise an sich war allerdings nicht der einzige Unterschied. Die tragende Struktur \u2013 fr\u00fcher die Zelle mit Ausleger bis zur Hinterachse, Antriebsgruppe mittragend von unten eingeh\u00e4ngt \u2013 folgte jetzt der Grundkonzeption s\u00e4mtlicher Ford-Cosworth-getriebener Wagen: Das Monocoque endete stirnseitig am Motor, der \u00fcber gegossene Leichtmetalltr\u00e4ger nun ganz die Rahmenfunktion \u00fcbernahm. In H\u00f6he der Kupplung nahm eine gleichfalls gegossene Traverse die oberen Querlenker, Federn, Sto\u00dfd\u00e4mpfer und den Stabilisator auf, die unteren Dreieckslenker lagerten in Gussaugen am Differenzial, zwei zus\u00e4tzliche, nach hinten gerichtete Zugstreben in einer mit der Getriebeunterseite verschraubten Traverse. Je ein oberer L\u00e4ngslenker, vorn an der Zelle, hinten am Radtr\u00e4ger angelenkt, rundeten die Hinterradaufh\u00e4ngung ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kastenf\u00f6rmige, gegen\u00fcber den meisten Konkurrenten etwas volumin\u00f6se Zelle bestand wesentlich aus zwei rechteckigen, jeweils in Tank- und Knautschzone unterteilten L\u00e4ngstr\u00e4gern, zwei Spanten, dem Armaturenaufsatz und dem \u00fcber die ganze Breite durchgezogenen Wagenboden. Der vordere Spant trug eine zweiteilige Leichtmetallbr\u00fccke zur Aufnahme der Ferrari-\u00fcblichen Kipphebelquerlenker nebst Zubeh\u00f6r, Stabilisator, der Zahnstange und einer r\u00e4umlichen Struktur aus Stahlrohren, in der die unteren Dreieckslenker \u2013 sehr breite Basis, Diagonalstrebe \u2013 gelagert und K\u00fchler sowie Hydraulikzylinder aufgeh\u00e4ngt waren. Die Lockheed-Vorderradbremsen, radial bel\u00fcftet und nicht gelocht, waren im Gegensatz zu den hinteren au\u00dfenbords montiert. Die zwei-teilige Lenks\u00e4ule war dem Lenkrad zu horizontal, in Richtung Zahnstange steil nach unten gef\u00fchrt. Die Motorleistung des Boxer-12-Zylinders war nominal sukzessive von ehemals rund 450 PS bei 11.000\/min 1970 bis Anfang 1973 auf rund 485 PS bei 12.500\/min gesteigert worden, der Ferrari-Motor galt weiterhin als leistungsst\u00e4rkstes Triebwerk im Starterfeld.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201e010\u201c &#8211; der Erste seiner Art<\/h3>\n\n\n\n<p>Der allererste Ferrari 312 B3 auf den Formel-1-Rennstrecken im Renneinsatz war die auf diesen Seiten pr\u00e4sentierte Fahrgestellnummer \u201e010\u201c. Und vom Tempo her deb\u00fctierte die Konstruktion in den H\u00e4nden von Jacky Ickx mit den Startpl\u00e4tzen sechs beim spanischen Grand Prix im Montjuic Park Barcelona und gar drei beim belgischen Grand Prix in Zolder durchaus vielversprechend. Aber sie sah zun\u00e4chst wohl besser aus als sie es dann tats\u00e4chlich war. In Barcelona musste Ickx im Rennen wegen Bremsproblemen einen au\u00dferplanm\u00e4\u00dfigen Boxenstopp einlegen und wurde lediglich Zw\u00f6lfter. In Zolder war er bereits nach sechs Runden auf Platz drei liegend mit \u00d6lpumpendefekt drau\u00dfen, im anschlie\u00dfenden Grand Prix von Monaco ebenfalls auf Platz drei liegend nach 45 Runden mit Antriebswellenbruch. Nach dem schwedischen Grand Prix in Anderstorp, den er als Sechster beendete, meldete er, der Wagen w\u00e4re \u201eschwer kontrollierbar\u201c. Da hing aber im Team schon l\u00e4ngst der Haussegen schief.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang 1973 war Jacky Ickx mit Abstand der erfolgreichste Ferrari-Pilot nicht nur der fr\u00fchen 70er Jahre, sondern seit l\u00e4ngerem. Er hatte seit 1970 f\u00fcnf Formel-1-Grands Prix sowie einen Nicht-WM-Lauf in Hockenheim 1971 gewonnen und dar\u00fcber hinaus 1972 einen hohen fahrerischen Anteil am Gewinn der Markenweltmeisterschaft durch Ferrari mit dem Rennsportwagen 312 PB mit allein nicht weniger als sechs eigenen Saisonsiegen. Der Belgier konnte in jener Epoche zweifellos zu den f\u00fcnf besten Rennfahrern gerechnet werden. Dennoch war der Commendatore Enzo Ferrari nun ganz schnell dabei, Ickx die Formel-1-Mi\u00dferfolge anzulasten, beschwerte sich unter anderem dar\u00fcber, dass der f\u00fcr Testfahrten nicht ausreichend zur Verf\u00fcgung st\u00fcnde, was Ickx sogar widerlegte \u2013 und das alles in der \u00d6ffentlichkeit, in italienischen Tageszeitungen. Selbst Ickx\u2018 Privatbriefe an ihn mit \u00c4nderungsvorschl\u00e4gen f\u00fcr das Auto reichte Enzo Ferrari noch an die Zeitungen weiter\u2026 Die Beziehungen waren zerr\u00fcttet, beide Seiten trennten sich \u2013 w\u00e4hrend das Auto in den Startpl\u00e4tzen zur\u00fcckfiel bis auf Rang 19 in Silverstone (!) \u2013 noch vor Saisonende. In Zandvoort und am N\u00fcrburgring war dann gar kein Ferrari am Start, Ickx fuhr im deutschen Grand Prix einen McLaren M 23 auf Anhieb von Startplatz vier auf Rang drei und kehrte nur noch einmal, beim italienischen Grand Prix, in das 312 B3-Cockpit \u201e010\u201c zur\u00fcck \u2013 Achter nach Startplatz 14&#8230;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-5 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b-hHeckfluegel-befestigung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1060\" height=\"569\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b-hHeckfluegel-befestigung.png\" alt=\"Die Heckflu\u0308gel-Befestigung\" data-id=\"3352\" class=\"wp-image-3352\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b-hHeckfluegel-befestigung.png 1060w, 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\u00fcberarbeitete Version, die zuvor beim \u00f6sterreichischen Grand Prix in Zeltweg unter dem Italiener Arturo Merzario, der sich selbst schon f\u00fcr die \u201eNummer eins\u201c hielt, mit sechstem Startplatz und Rang sieben im Rennen deb\u00fctiert hatte (andere Fahrgestellnummer). Sie unterschied sich wesentlich von der Vorg\u00e4nger-Ausf\u00fchrung durch eine kompaktere Zelle, extrem geneigte, fast flach liegende Seitenk\u00fchler, eine durchgehende Frontabtriebsfl\u00e4che sowie ein ge\u00e4nderte Geometrie der Vorderradaufh\u00e4ngung. Wie bei der Konkurrenz sorgte nun eine Airbox \u00fcber dem Motor f\u00fcr noch mehr gezielte Luftzufuhr hier. Bei dieser Version sollen keine Handlingprobleme mehr durch die Seitenk\u00fchler wie noch zu Jahresbeginn 1973 aufgetreten sein. Merzario, nach Zeltweg nicht mehr unter den sechs Schnellsten in den Startaufstellungen, holte allerdings 1973 auch keine WM-Punkte f\u00fcr Ferrari mehr. Da absolvierte aber l\u00e4ngst schon das f\u00fcr 1974 avisierte neue Fahrerduo, die 73er BRM-Piloten Niki Lauda und Clay Regazzoni, im Hintergrund erste Ferrari-Tests\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits Mitte 1973 hatte der gerade 26-j\u00e4hrige Luca di Montezemolo aus Bologna, ein gewandter, weltoffener, mehrsprachiger Jurist mit eigener Rennfahrer-Vergangenheit, zun\u00e4chst als pers\u00f6nlicher Assistent Enzo Ferraris, der von Montezemolo begeistert war, und sehr bald als Rennleiter das Management der Motorsport-Aktivit\u00e4ten \u00fcbernommen und sich in einer seiner ersten Amtshandlungen erfolgreich daf\u00fcr eingesetzt, dass Mauro Forghieri wieder Technik-Chef wurde. In der Folge entwickelte er auch ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis zu Fahrer Niki Lauda. Lauda und Regazzoni wiederum, Letzterer nach 1972 als Ferrari-Heimkehrer, erarbeiteten gemeinsam mit Forghieri innerhalb eines Monats \u00fcber rund 10.000 Testkilometer, den Arbeitstag um neun Uhr beginnend, eine sehr schlagkr\u00e4ftige Version des Ferrari 312 B3, die sich schon \u00e4u\u00dferlich wesentlich durch glattere Fl\u00e4chen sowie ein noch nach vorn verlagertes Cockpit zur weiteren Verbesserung der Schwerpunktlage vom letzten 73er Exemplar unterschied. Dar\u00fcber hinaus erfuhr der Motor noch einmal eine vollst\u00e4ndige \u00dcberarbeitung, dessen Leistung jetzt nominal mit 490 bis 495 PS bei 12.500\/min angegeben wurde. Das wurde sogar der Formel-1-Rennwagen, den es 1974 zu schlagen galt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-4 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-schalter-nebel-heckleuchte.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"688\" height=\"478\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-schalter-nebel-heckleuchte.png\" alt=\"Schalter fu\u0308r Nebel-Heckleuchte\" data-id=\"3364\" class=\"wp-image-3364\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-schalter-nebel-heckleuchte.png 688w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-schalter-nebel-heckleuchte-300x208.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 688px) 100vw, 688px\" \/><\/a><figcaption> Schalter f\u00fcr Nebel-Heckleuchte <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lichtmaschine.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"686\" height=\"422\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lichtmaschine.png\" alt=\"Lichtmaschine\" data-id=\"3360\" class=\"wp-image-3360\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lichtmaschine.png 686w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-lichtmaschine-300x185.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 686px) 100vw, 686px\" \/><\/a><figcaption> Lichtmaschine <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-motor-ueberholt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"686\" height=\"479\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-motor-ueberholt.png\" alt=\"Der Motor wurde bei \u201eMethusalem\u201c komplett u\u0308berholt\" data-id=\"3370\" class=\"wp-image-3370\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-motor-ueberholt.png 686w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-motor-ueberholt-300x209.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 686px) 100vw, 686px\" \/><\/a><figcaption> Der Motor wurde bei \u201eMethusalem\u201c komplett \u00fcberholt <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1437\" height=\"737\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem.png\" alt=\"Der Top-Restaurator \u201eMethusalem\u201c in K\u00f6ln\" data-id=\"3361\" class=\"wp-image-3361\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem.png 1437w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem-300x154.png 300w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem-1024x525.png 1024w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem-768x394.png 768w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-methusalem-1000x513.png 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1437px) 100vw, 1437px\" \/><\/a><figcaption> Der Top-Restaurator \u201eMethusalem\u201c in K\u00f6ln <\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Titelchance 1974 f\u00fcr Clay Regazzoni bis zum letzten WM-Lauf<\/h3>\n\n\n\n<p>Schon beim WM-Auftakt 1974 in Argentinien fuhren Lauda und Regazzoni als Zweiter und Dritter gleich Podiumspl\u00e4tze heraus, das war 1973 nie vorgekommen. Beim dritten WM-Lauf, dem Grand Prix S\u00fcdafrika in Kyalami, stand Niki Lauda erstmals auf der Pole-Position, beim viertem, dem spanischen Grand Prix in Jarama, feierten er und Clay Regazzoni einen ersten \u00fcberlegenen Doppelsieg. Selbiges gelang im Juni 1974 gleich noch einmal beim niederl\u00e4ndischen Grand Prix in Zandvoort. Clay Regazzoni, der mit 50 Sekunden Vorsprung gegen\u00fcber Jody Scheckter (Tyrrell) auf der N\u00fcrburgring-Nordschleife triumphierte, hatte bis zum letzten WM-Lauf, dem Grand Prix der USA in Watkins Glen, dank zahlreicher Podiumsplatzierungen neben McLaren-Pilot Emerson Fittipaldi auch noch eine Titelchance, verlor sie dort aber wegen schlechten Fahrverhaltens des Ferrari und drei au\u00dferplanm\u00e4\u00dfigen Boxenstopps zwecks Reifen- und Sto\u00dfd\u00e4mpferwechsel.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chassis-Nummer \u201e010\u201c war 1974 wesentlich Ersatzwagen, kam aber auch noch zu zwei Renneins\u00e4tzen. Beim nicht zur Weltmeisterschaft z\u00e4hlenden \u201eRace of the Champions\u201c in Brands Hatch am 17. M\u00e4rz startete Niki Lauda damit von Startplatz drei hinter James Hunt (Hesketh 308-Ford Cosworth) und dem Teamgef\u00e4hrten Clay Regazzoni in 40 Rennrunden mit Dauerregen hin-ein. Sehr bald kontrollierte Lauda das Geschehen, auch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit, aber dann \u201etigerte\u201c ausgerechnet Ex-Ferrari-Pilot Jacky Ickx in \u201eseinem\u201c Wetter, aber auf einem da schon betagten Lotus 72-Ford Cosworth heran, \u00fcberholte auch Lauda noch und siegte mit 1,5 Sekunden Vorsprung. Als Niki Lauda dann im Donnerstagtraining zum Grand Prix von Monaco 1974 einen Unfall hatte, wurde \u201e010\u201c noch einmal f\u00fcr ein Rennen flott gemacht. Mit ihm eroberte Lauda freitags die Pole-Position, fiel aber im Rennen in F\u00fchrung nach 33 Runden mit defekter Z\u00fcndbox aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">\u201eMethusalem\u201c nahm sich das fast Unm\u00f6gliche vor<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Folge wurde der Ferrari 312 B3 mit Chassis-Nummer \u201e010\u201c lange Zeit nur selten bewegt. Es beschr\u00e4nkte sich wesentlich auf ein paar Demofahrten wie etwa auch beim Goodwood Festival of Speed. Der heutige Besitzer \u00fcbernahm das Auto 2016 kurz vor dem Grand Prix de Monaco Historique und setzte es erstmals &#8211; mehr oder weniger unangetastet &#8211; ein. Fahrer Marco Werner stellte das Fahrzeug in jenem Rennen fr\u00fchzeitig mit Bremsproblemen ab, und auch der Motor zeigte Verfallserscheinungen &#8211; ein Hauptgrund, warum man kaum alte Ferraris bei Historischen Rennveranstaltungen sieht. Traut sich doch kaum jemand an die Motorrevisionen heran. Doch bei der K\u00f6lner Firma \u201eMethusalem\u201c des Ferrari- und Maserati-Spezialisten Mario Linke nahm man sich das fast Unm\u00f6gliche vor und \u00fcberholte in einer aufw\u00e4ndigen Aktion den Motor neu. Jetzt lebt der Motor des Ferrari 312 B3 wieder sein \u201eartgerechtes\u201c Drehzahlleben und erfreut sich seiner 12.500 Umdrehungen. Die meisten anderen Ferrari-Modelle werden eher im Schongang bewegt. Lohn der tollen Arbeit seitens Methusalem: Platz drei in den H\u00e4nden von Marco Werner beim Grand Prix de Monaco Historique 2018!<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-jacky-Ickx-zolder-1973.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1054\" height=\"1523\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-jacky-Ickx-zolder-1973.png\" alt=\"Ferrari 312 B3 \u201e010\u201c, dritter Startplatz: Jacky Ickx in Zolder 1973\" data-id=\"3358\" class=\"wp-image-3358\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-jacky-Ickx-zolder-1973.png 1054w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-jacky-Ickx-zolder-1973-208x300.png 208w, 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\/>Ferrari-Boxer-12-Zylinder<br \/>Ventile pro Zylinder: vier<br \/>Ventilsteuerung: vier Nockenwellen, Zahnrad-getrieben (auf der Schwungseite)<br \/>Bohrung\/Hub: 78,5 mm x 51,5 mm<br \/>Hubraum: 2.991 ccm<br \/>Gemischaufbereitung: Lucas-Saugrohreinspritzung<br \/>Z\u00fcndung: Marelli-Transistorz\u00fcndung<br \/>Verdichtungsverh\u00e4ltnis: 11,8:1<br \/>Leistung: 490-495 PS bei 12.500\/min<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kraft\u00fcbertragung<\/strong><br \/>Ferrari-Typ 627-F\u00fcnfgang-Getriebe<br \/>Heckantrieb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fahrwerk<\/strong><br \/>Aluminium-Voll-Monocoque, Antriebsgruppe tragend<br \/>Aufh\u00e4ngung vorn: doppelte Querlenker, Stabilisator, Schraubenfedern, Koni-Sto\u00dfd\u00e4mpfer<br \/>Aufh\u00e4ngung hinten: je ein oberer L\u00e4ngslenker, Schraubenfedern, Koni-Sto\u00dfd\u00e4mpfer<br \/>Reifen-Dimensionen vorn\/hinten: 9.2\/20.0-13 und 16.2\/26.0-13<br \/>Bremsen: Lockheed-Scheibenbremsen rundum, hinten innenliegend<br \/>Lenkung: Zahnstangenlenkung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abmessungen und Gewichte<\/strong><br \/>L\u00e4nge: 4.335 mm<br \/>Breite: 2.056 mm<br \/>Spur: v. 1.600 mm, h. 1.640 mm<br \/>Radstand: 2.500 mm<br \/>Leergewicht: 578-582 kg<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3_resultate.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"873\" height=\"544\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3_resultate.png\" alt=\"Sportliche Resultate\" data-id=\"3375\" class=\"wp-image-3375\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3_resultate.png 873w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3_resultate-300x187.png 300w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3_resultate-768x479.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 873px) 100vw, 873px\" \/><\/a><figcaption> Sportliche Resultate <\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2000\" height=\"1352\" src=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story.png\" alt=\"\" data-id=\"3362\" class=\"wp-image-3362\" srcset=\"https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story.png 2000w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story-300x203.png 300w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story-1024x692.png 1024w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story-768x519.png 768w, https:\/\/slickpix.de\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/74er-312-b3-niki-lauda-story-1536x1038.png 1536w, 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